| Melanie Höhn |
| 08.05.2026 10:00 Uhr |
Apothekerinnen und Apotheker in Japan sind verpflichtet, Alter und Identität der Käufer anhand offizieller Dokumente, wie beispielsweise der Patientenkarte, zu überprüfen und festzustellen, ob diese bereits ähnliche Käufe in anderen Geschäften getätigt haben. / © Imago Images/Zoonar II
Die strengeren Vorschriften erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über den ungesunden Gebrauch rezeptfreier Medikamente, insbesondere durch junge Frauen, wie die »Japan Times« berichtet. Es seien zahlreiche Fälle gemeldet, in denen junge Menschen versuchten, Erkältungsmedikamente und ähnliche Arzneimittel zu Rauschzwecken einzunehmen, dabei jedoch eine Überdosis erlitten und ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.
Die Fälle akuter Vergiftungen und Abhängigkeiten von rezeptfreien Medikamenten hätten seit der Covid-19-Pandemie in Japan stark zugenommen. Häufig handele es sich dabei um leicht erhältliche Medikamente aus Apotheken und Drogerien, wie die Zeitung weiter berichtet.
Das japanische Ministerium für Arzneimittelsicherheit, Gesundheitsaufsicht warnte nun davor, dass der unsachgemäße Gebrauch dieser Medikamente zu Bewusstlosigkeit, Herzstillstand und in manchen Fällen sogar zum Tod führen kann und zudem ein Suchtpotenzial birgt.
Gemäß den Änderungen des japanischen Gesetzes zur Sicherstellung der Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit von Produkten, einschließlich Arzneimitteln und Medizinprodukten, wird der Verkauf bestimmter Medikamente – darunter einige Hustenmittel, Erkältungsmittel, Fiebermittel und Allergiepräparate – an Kunden unter 18 Jahren nun eingeschränkt.
Der Kauf ist auf eine kleine Einzelpackung beschränkt, die in der Regel für fünf bis sieben Behandlungstage ausreicht. Apothekerinnen und Apotheker und andere Mitarbeitenden seien nun verpflichtet, Alter und Identität der Käufer anhand offizieller Dokumente, wie beispielsweise der Patientenkarte, zu überprüfen und festzustellen, ob diese bereits ähnliche Käufe in anderen Geschäften getätigt haben. Sie müssen außerdem über die Risiken des übermäßigen Gebrauchs der Medikamente informieren und die verschreibungspflichtigen Produkte sicher und außerhalb der Reichweite von Verbrauchern aufbewahren.
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