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Gesetzliche Krankenversicherung

Reserven auf Rekordhoch

11.12.2012
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Von Anna Hohle / Die Finanzreserven in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind in den ersten drei Quartalen des Jahres 2012 um rund 4 Milliarden Euro auf ein neues Rekordhoch von 23,5 Milliarden Euro geklettert.

Diese Zahl gab das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bekannt. Die Summe verteilt sich auf einen Überschuss von 9,5 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds und 14 Milliarden Euro bei den Krankenkassen.

Sowohl Einnahmen als auch Ausgaben der Krankenkassen haben sich laut BMG im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2011 erhöht. So seien die Einnahmen in diesem Zeitraum um 4,3 Milliarden auf 142 Milliarden Euro gestiegen. Die Ausgaben erhöhten sich um 4,21 Milliarden auf 138 Milliarden Euro, seien jedoch insbesondere bei Arzneimitteln und Verwaltungskosten deutlich begrenzt worden, so das BMG.

 

Gebremste Ausgaben

 

Zwar stiegen die Arzneimittelausgaben je Versicherten um 2 Prozent, jedoch nur vor dem Hintergrund der deutlichen Rückgänge im vergangenen Jahr, vermeldete das BMG. Insgesamt sei die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln sehr moderat. Dies liege einerseits an den Rabattverträgen, durch die die Kassen 2012 bis Ende September rund 1,4 Milliarden Euro einsparten – 310 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Andererseits hätten auch das Preismoratorium für patentgeschützte Arzneimittel, die Herstellerrabatte und die Folgen des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes die Kassenausgaben gebremst.

 

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) nahm die aktuellen Zahlen zum Anlass, für eine finanzielle Entlastung der Versicherten zu werben. Die GKV stehe auf einem »soliden finanziellen Fundament«, das die Abschaffung der Praxisgebühr rechtfertige und zudem »erheblichen Spielraum für eine Auszahlung von Prämien« schaffe, so Bahr. Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, ließ allerdings verlauten, das Finanzpolster der GKV sei durch den Wegfall der Praxisgebühr und die Kürzung der Steuerzuschüsse bereits ausgeschöpft. »Für Wahlgeschenke im Jahr 2013 gibt es keinen Spielraum mehr.« /

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