Pharmazeutische Zeitung online

Einsatz am Horn von Afrika

03.12.2012
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Von Deria Ereg und Sibylle Rahlenbeck / Direkt am Horn von Afrika, zwischen Djibouti, Äthiopien und der autonomen Region Puntland gelegen, hat sich, unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, Somaliland entwickelt. Hervorgegangen aus dem Gebiet des früheren britischen Protektorats Somaliland hat es sich am 18. Mai 1991, nach Jahren des Bürgerkriegs gegen die Truppen von Siad Barre, für unabhängig von Somalia erklärt.

Leider steht bis heute die internationale Anerkennung aus – mit verheerenden Folgen für die Volkswirtschaft und Entwicklung des kleinen Landes. Denn ohne die Anerkennung durch die Staatengemeinschaft kann es keinerlei finanzielle Entwicklungshilfe oder internationale Unterstützung erhalten.

 

Ein wiederkehrendes Thema ist auch die Sicherheit der Bürger und internationalen Besucher – für die Behörden und auch für die Ausländer selbst. Da im Hinterland noch immer nicht alle Minen der Truppen von Siad Barre geräumt werden konnten, ist es Ausländern aus Sicherheitsgründen untersagt, auf eigene Faust durch das Land zu reisen oder die großen Städte zu verlassen. Hierzu wird man immer von einem Polizisten begleitet, der nicht von der Seite weicht und auch als Übersetzer behilflich ist.

 

Trotz der Einschränkungen hat das Land touristisch einiges zu bieten: neben Berbera am Indischen Ozean, einer verträumten Hafenstadt mit kolonialen Charme und den kilometerlangen, von Palmen gesäumten Sandstränden sind vor allem die Höhlenmalereien von Las Gheel ein interessantes Ausflugsziel – zwei Fahrstunden östlich von Hargeisa. Ihre Wiederentdeckung durch französische Archäologen im Jahr 2002 war in Fachkreisen eine Sensation, denn die 200 ockerbraunen bis roten Wandzeichnungen von Weidetieren und Menschen sind über 5000 Jahre alt und stellen die ältesten und am besten erhaltenen Malereien auf dem afrikanischen Kontinent dar. Sie gelten als nationales Monument – eines, welches bisher erst wenige Besucher besichtigen konnten.

 

Die Tradition der Wandbemalungen hat sich bis heute erhalten: Überall an den Hauswänden sieht man Zeichnungen und Malereien, die auf die im Gebäude angebotenen Dienste hinweisen, ob es sich um ein Ministerium, eine Apotheke oder eine Arztpraxis handelt.

 

Pharmazeut gesucht

 

Die Menschen sind beim Aufbau aller Strukturen ihres Landes, einschließlich der Universitäten und Gesundheitssysteme, ganz auf sich allein gestellt. Diese Widrigkeiten haben die Somaliländer nicht davon abgehalten, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen: So ist es dem jungen Land nicht nur gelungen, Wahlen abzuhalten, eine Verfassung zu etablieren und ein relativ stabiles Regierungs- und Verwaltungswesen aufzubauen, sondern es wurden auch Universitäten und zwei medizinische Fakultäten aufgebaut: die Amoud Universiät in Burao sowie die Hargeisa Universität in der Hauptstadt Hargeisa. Leider gibt es für manche Spezial­gebiete keine qualifizierten Ausbilder, zum Beispiel in der klinischen Chemie, Patho-Biochemie und Pharmakologie. Vor allem wird die Hilfe eines Pharmazeuten für die Ausbildung der Medizinstudenten gesucht. Die Unterrichtssprache ist Englisch.

 

Der Dekan freut sich speziell über die Bereitschaft von Pharmazeuten, ihren Urlaub für eine ehrenamtliche Hilfe zur Verfügung zu stellen und sich auch unter schwierigen Umständen zu engagieren. Der gemeinnützige Verein Afrika aktiv e. V. unterstützt bei der Organisation des Aufenthalts. /

Dr. Deria Ereg ist Dekan der medizinischen Fakultät der University of Hargeisa, Dr. Sibylle Rahlenbeck unterrichtet dort Community Health. Fragen an: Afrika-aktiv(at)web.de

 

Spendenkonto: Afrika aktiv e. V.: Konto 20 50 21 220, Sparkasse Gießen, BLZ 513 500 25

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