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08.10.2014
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Die Sensation fehlt leider in dieser Woche, der ganz große Skandal fällt zum Glück ebenfalls aus. Dennoch passieren bemerkenswerte Dinge im Pharmamarkt. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA wird ab dem kommenden Jahr endlich die Ergebnisse klinischer Studien auf ihrer Website veröffentlichen. Ab Januar 2015 können sich Interessierte dort über die Ergebnisse von Arzneimitteltests informieren (lesen Sie dazu EU-Arzneimittelbehörde: Klinische Studien ab 2015 öffentlich). Natürlich werden nur wenige Experten die mehr als 1000 Seiten umfassenden Unter­lagen herunterladen.

 

Da manche Experten es aber eben doch ganz genau wissen wollen, wird das neue Angebot sicher Zulassungsstudien und ab Juli auch Studien zu Indikationserweiterungen bereits zugelassener Arzneistoffe transpa­ren­ter machen. Die Veröffentlichung aller Unterlagen wird es den Fachleuten einfacher machen, Studienergebnisse vollständig zu bewerten. Bewegt haben sich an dieser Stelle allerdings nicht die Hersteller, sie wurden zur Veröffentlichung gezwungen. Die Transparenz-Offensive stammt von der EMA.

 

Bewegt haben sich auch die Ortskrankenkassen – zumindest ein bisschen. In ihrer 14. Rabattrunde finden sich immerhin 15 Wirkstoffe, die von jeweils drei Partnern angeboten werden (lesen Sie dazu AOK schreibt 14. Rabattrunde aus). Mehr Auswahl bedeu­tet für die Apotheker mehr Versorgungssicherheit und weniger nutzlose Recherche nach den ausgeschriebenen Medikamenten. Leider bedeuten 15 Substanzen aber nur rund 14 Prozent der ausgeschriebenen Wirkstoffe. Die Erleichterung für die Apotheker hält sich also in Grenzen. Andere Kassen sind da schon deutlich weiter.

 

Für Bewegung hat auch der österreichische Pharmagroßhändler AEP gesorgt. Mit einem ungewöhnlichen Preis- und Lieferkonzept sorgt das Alzenauer Unternehmen seit einem Jahr für Aufsehen (lesen Sie dazu Pharmagroßhandel: AEP zieht erste Jahresbilanz). 1500 Kunden will man in den vergangenen 12 Monaten gewonnen haben. Geld verdient hat AEP allerdings noch nicht. Ob sich das ändern wird, bleibt abzuwarten. Bewegung im Großhandelsmarkt ist für Apotheker eher positiv, so lange für die Politik gute Einkaufskonditionen nicht ein Syno­nym für »Luft im Markt« sind. Keine Frage, Bewegung ist gut, zu viel davon kann aber ungesund sein.

Daniel Rücker 

Chefredakteur

 

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