Pharmazeutische Zeitung online
Informations-Flyer

Gesunder Start ins Leben

24.08.2010  17:22 Uhr

Von Uta Grossmann und Bettina Sauer, Berlin / Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat in Kooperation mit den Apothekerverbänden einen Flyer entwickelt. Er informiert über die Risiken des Alkohol-, Tabak- und Medikamentenkonsums in der Schwangerschaft und kann von Apotheken an werdende Eltern abgegeben werden.

Entwicklungsstörungen, Missbildungen, Früh-, Fehl- oder Totgeburten – Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft stellen große Gefahren für ungeborene Kinder dar. Auch manche Medikamente sollten werdende Mütter zum Schutz ihres Nachwuchses meiden. Deshalb dürfen sie Medikamente nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker nehmen. Darauf weist ein neuer Informations-Flyer hin, der zur Weitergabe an Apothekenkunden bestimmt ist.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregie­rung, Mechthild Dyckmans, hat ihn in Kooperation mit der ABDA – Bundesver­eini­gung Deutscher Apothekerverbände entwickelt und stellte ihn vergangenen Montag in einer Berliner Apotheke der Presse vor. »Der Schutz des ungebore­nen Lebens ist mir ein wichtiges Anliegen«, sagte Dyckmans bei der Veranstaltung. »Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt.« Aber noch viel zu häufig seien sie unzureichend darüber informiert, dass sie dafür auf bestimmte Gefahrstoffe verzichten müssten.

 

Grundsätzlich gelte in der Schwanger­schaft: »Kein Alkohol, kein Tabakrauch und Medikamente nur nach Rückspra­che mit dem Arzt oder Apotheker!« Diese drei Empfehlungen solle der Flyer ins Bewusstsein rücken und zudem als Anlass dienen, um die Apotheker mit werdenden Eltern ins Gespräch über diese wichtigen Präventionsthemen zu bringen. Dyckmans hat festgestellt, dass viele junge Frauen nicht wissen, dass selbst das berühmte eine Gläschen Bier oder Wein das Ungeborene schädigen kann und Alkohol in der Schwangerschaft deshalb absolut tabu sein muss. Ärzte seien da manchmal zögerlich, das ihren Patientinnen so klipp und klar zu sagen, sagte Dyckmans. Deshalb freue sie sich, dass die Apothekerschaft sehr offen auf ihre Anfrage zur Kooperation reagiert habe. Die Apotheke sei der richtige Ort, um den Flyer auszulegen, denn hier könnten Schwangere gezielt angesprochen werden.

 

Der Flyer informiert in knapper und plakativer Form über die Gefahren des Alkohol- und Tabakkonsums für das ungeborene Kind und verweist auf weiterführende Informationen über die Beratungshotlines der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder die Website www.embryotox.de. Letztere bietet eine Datenbank mit Medikamenten und deren Auswirkungen auf das Ungeborene. Zudem empfiehlt der Flyer Schwangeren, das Gespräch mit ihrem Arzt und Apotheker zu suchen, bevor sie ein Medikament einnehmen oder wenn sie Hilfe beim Verzicht auf Alkohol oder Tabak benötigen.

 

Gespräch mit dem Apotheker

 

Apotheken können den Flyer bei der ABDA kostenfrei bestellen und gezielt an Kundinnen und Kunden weitergeben, die Nachwuchs erwarten, also beispielsweise einen Schwangerschaftstest, Folsäure- oder andere Schwangerschaftspräparate erwerben.

 

Die Präsidentin der Bundesapothekerkammer, Erika Fink, erwartet ein reges Interesse ihrer Berufskollegen an der Aktion: »Vorbeugen ist besser als heilen«, sagte sie beim Pressetermin. »Apotheken sind für viele die erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen. Deshalb unterstützen wir diese Initiative gerne.« In ihrer eigenen Apotheke erlebe sie jeden Tag, dass Kunden einmal erteilte Ratschläge wieder vergessen. Man müsse immer wieder auf die Problematik hinweisen, sagte Fink. /

Flyer bestellen

Apotheken können den Flyer bis zum 14. September bei der ABDA bestellen. Möglich ist das per E-Mail an Flyer(at)abda.aponet.de unter Angabe der Anschrift und der Kontaktdaten der Apotheke (kein Postfach) oder mit dem Bestellformular im Mitgliederbereich auf www.abda.de. Geliefert werden 50 Flyer frei Haus. Die Auslieferung erfolgt ab Ende September.

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