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Neue Leitlinie zu fetalem Alkoholsyndrom

18.12.2012  14:46 Uhr

Von Annette Mende / Zur Diagnose des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) gibt es eine neue S3-Leitlinie. In dieser Indikation ist es international die erste Leitlinie auf diesem hohen Evidenzniveau. Das betonten die Autoren und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), bei der Vorstellung vergangene Woche in Berlin.

FAS ist eine angeborene Behinderung, von der Kinder betroffen sein können, deren Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Kinder mit FAS sind häufig kleiner und leichter als ihre Altersgenossen, haben kurze Lidspalten, eine schmale Oberlippe und ein verstrichenes Philtrum (die vertikale Rinne in der Mitte der Oberlippe). Hinzukommen können Probleme mit der Sprache, Feinmotorik, Aufmerksamkeit und andere ZNS-Auffälligkeiten. Pro Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 2000 bis 4000 Kinder mit dem Vollbild FAS geboren. »Leichte Störungen, die später aber auch gravierende Folgen haben können, sind jedoch vermutlich um den Faktor 10 bis 20 häufiger«, sagte Professor Dr. Florian Heinen vom Klinikum der Universität München. Viele Betroffene wüchsen in Pflege- und Adoptivfamilien auf, die nichts vom Alkoholkonsum der leiblichen Mutter wüssten, sagte Dyckmans. Die richtige Diagnose sei daher wichtig, damit die Betroffenen frühzeitig von der Ursache der Behinderung erführen und entsprechende Hilfe organisieren könnten. /

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