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Pharmaball Uni Jena

Goldene Meisterpille verliehen

26.07.2013  10:39 Uhr

Von Laura-Virgilia Kirmse, Jena / Vor Kurzem kochte im Volkshaus Jena die Stimmung im Reagenzglas. Bei tropischen Tempe-raturen lud das sechste Semester zum alljährlichen Pharmaball unter dem Motto »Die Verleihung der Goldenen Meisterpille« alle VIPs (very important professors), Studenten und Sponsoren herzlich ein.

Nach einem reichhaltigen Buffet und einer PowerPoint-Vorstellungsrunde aller Sechstsemestler, führten die Moderatoren Verena Wanner und Semjon Seemann durch das Programm. Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es eine Liveschaltung zum »Roten Linoleum« im Institut für Pharmazeutische Chemie. Hier versammelten sich schon ganz unruhig die Fans und Papparazzi, um die Stars des Abends zu begrüßen. An der dort positionierten Außenreporterin Sarah Distler kam so schnell keiner vorbei. Sie konnte den im Stau stecken gebliebenen Professor Dr. Thomas Winckler, seinerseits Vollblutbiologe, geradeso abfangen und ihm ein Statement zum Sinn des Lebens entlocken. »Die Antwort auf alles ist PCR«, so Winckler.

Bodyguards und Federboa

 

Selbst der viel beschäftigte Dr. Andreas Seeling konnte sich dieses spektakuläre Event nicht entgehen lassen. Er legte nur noch rasch seinen Laborkittel ab, ehe er im edlen Anzug wie ein Champion vor den Kameras posierte. Doch ein Analytiker von Welt, wie er es ist, hatte für ein kurzes Interview leider keine Zeit mehr.

 

Der Kreischpegel der Fans fand schließlich seinen Höhepunkt, als Professor Dr. Oliver Werz in Begleitung seines Bodyguards die Frauenherzen höher schlagen ließ. Der beliebte Professor für Pharmazeutische Chemie ließ es sich nicht nehmen und gab noch in aller Seelenruhe Autogramme, bevor er im schwäbischen Dialekt auf die Interviewfragen einging.

 

Die zweite Außenreporterin Julia Sommer fing alle Ehrengäste ab, die sich durch den Hintereingang mogeln wollten. Hier traf sie auf den Studiendekan Professor Dr. Gerhard Scriba, der im schicken Smoking und Zylinder auf seinem Fahrrad eine beneidenswerte Figur machte.

 

Das größte Aufsehen galt wahrscheinlich der »Qualified Woman« der Pharmazeutischen Technologie, Professor Dr. Dagmar Fischer. Sie wurde im Mini-Wagen mit Hund an der Leine und Federboa um den Hals chauffiert. Die beiden waren nur kurz angebunden, denn sie mussten sich sputen. Die offizielle Verleihung hatte begonnen.

 

Verena Wanner und Semjon Seemann nutzten den Moment, um die Bedeutung der »Goldenen Meisterpille« zu erläutern. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine Auszeichnung, die die besonderen Lehrfähigkeiten aller Dozenten gebührend ehrt. Dem sechsten Semester war es an dieser Stelle besonders wichtig, allen Menschen für deren Hilfe, Geduld und Verständnis zu danken, die seit dem ersten Semester Teil des Pharmaziestudiums sind. Die fünf Preiskategorien wurden hierbei mit zahlreichen Laudationes, Videos und Gesangsauftritten ausgeschmückt.

 

Das erste Gewinnerpaar des Abends in der Kategorie »Beste Herstellungspraxis« ließ daher nicht lange auf sich warten. Unter lauten »Ph.Eur. «, »GMP« und »FDA«-Rufen des Pharmaballchores zu den Klängen von AC/DCs »TNT« ging die Goldene Meisterpille an Professor Dr. Alfred Fahr und seine Kollegin Professor Dr. Dagmar Fischer. Beide bereicherten die Pharmazeutische Technologie mit ihren Forschungen an Liposomen und Nanopartikeln in einem hohen Maß.

 

Was treibt einen Pharmaziestudenten früh um 7 Uhr aus dem Bett? Da muss der Professor wirklich alle Register ziehen, damit ihm die Aufmerksamkeit von 80 Augenpaaren über 90 Minuten gesichert bleibt. Außerdem sollte er sein Wissen mit viel interessanten und teils anekdotischen Hintergrundinformationen vermitteln. Wenn ihm das gelingt, dann schlagen ihn seine Studenten für die Kategorie »Beste Vorlesung« vor. Über diese Anerkennung durften sich die Professoren Winckler (Vorlesung Biopharmazeutika und Immunbiologie) und Werz (Vorlesung Pharmazeutisch/Medizinische Chemie) freuen. Umso größer war ihr Jubel, als sie beide als Preisträger der Goldenen Meisterpille gekürt wurden, denn die Preisjury konnte sich bei diesem fachlichen Know-how beider Nominierter einfach nicht entscheiden.

 

Gefährlichstes Praktikum, bestes Praktikum

 

Mit dem umgedichteten Tim-Bendzko-Hit »Nur noch kurz ins Institut jetten und 48 Analysen checken« läutete der Pharmaballchor die nächste Nominierung ein. Für »Das gefährlichste Praktikum« wurde der Sicherheitsbeauftragte Dr. Andreas Seeling ausgezeichnet. Mit seinem trockenen Humor und seinem scharfen Verstand bewahrt er auch bei jeder noch so großen Katastrophe im Labor die Ruhe. Kurzerhand wurde spontan eine neue Kategorie eingeführt, in der die Pharmazeutischen Biologen um Dr. Friedemann Gaube für »Das beste Praktikum« geehrt wurden. Egal ob Bakterienzucht aus Mensaluft, Kostproben aus bitterer Rhabarberwurzeldroge oder Fingerstechen in Klinischer Chemie ? die Biologen waren einfach immer für ihre Studenten da und haben sich die Goldene Meisterpille redlich verdient.

 

In der Kategorie »Begeisterung fürs Fach« lieferten sich die Nominierten Professor Dr. Gerhard Scriba (Fach Stereochemie) und Professor Dr. Dirk Hoffmeister (Fach Pharmazeutische Biologie) ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. In den dazu eingespielten Videos einer typischen Seminarstunde mit R- und S-Konfigurationen unter vollen Körpereinsatz sowie einem authentischen Ausflug in den botanischen Garten bewiesen beide Männer ihre naturwissenschaftliche Leidenschaft. Letztendlich konnte Hoffmeister den Sieg für sich entscheiden.

 

Meister des Arzneibuchs

 

Doch auch Scriba ging nicht leer aus. Er erhielt den begehrten Ehrenpreis für »Die beste Regie« und wurde für seine Taten als Studiendekan und »Meister des Arzneibuches«, wie er in den Kreisen der Studenten auch ehrfurchtsvoll genannt wird, ausgezeichnet.

 

Den Höhepunkt des Abends lieferte der Pharmaballchor, der zusammen mit allen Kommilitonen des sechsten Semesters das adaptierte Lied »Du schreibst Examen« von der Band Madsen performte. Mit den Worten »Doch du kämpfst weiter, von Schein zu Schein, um irgendwann Qualified Person zu sein« verabschiedete sich der Gastgeber des gelungenen Eventabends und blickt einem letzten erfolgreichen Studienjahr entgegen.

 

Wie es sich für eine Preisverleihung gehört, wurde noch ordentlich auf der After-Show-Party getanzt und gefeiert, bis auch der letzte Pharmazeut erschöpft und glücklich das Volkshaus verließ. An dieser Stelle sei ein ganz besonderer Dank ausgesprochen an alle fleißigen Organisatoren, helfenden Mitwirkenden, engagierten Professoren sowie allen großzügigen Sponsoren, die diesen Abend ermöglichten. /

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