Pharmazeutische Zeitung online
Uni Tübingen

Volles Haus beim Tag der Pharmazie

05.11.2013
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Von Rolf Daniels, Tübingen / Am ersten Donnerstag des Wintersemesters begeht das Pharmazeutische Institut der Uni Tübingen traditionell den Tag der Pharmazie. Auch in diesem Jahr war es wieder gelungen, ein interessantes Programm zusammen­zu- stellen, das zahlreiche Angehörige, Freunde und Gäste des Instituts zum Kommen bewog.

Zur Eröffnung der Veranstaltung gab es Grußworte von Professor Dr. Wolfgang Rosenstiel, Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, sowie Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Professor Dr. Peter Ruth, der derzeitige geschäftsführende Direktor des Pharmazeutischen Instituts, fasste in einem kurzen Referat die Leistungszahlen des pharmazeutischen Instituts des vergangenen Jahres zusammen. Demnach werden zurzeit von elf Professoren, inklusive zwei Juniorprofessoren, rund 630 Studenten sowie 80 Doktoranden betreut. Die Bilanz der Abschlüsse weist die stolze Zahl von 100 Staatsexamen, 29 Pharmazie-Diplomen sowie 26 Promotionen aus.

An diesen Eröffnungsteil schloss sich die Verleihung des Merckle Promotionspreises für die beste Doktorarbeit des vergangenen Jahres durch Dr. Philipp Daniel Merckle, den Stifter des Preises, an. Diesjährige Preisträgerin war Dr. Dominique Jasmin Lunter für ihre Dissertation zum Thema »Filmbildende Emulsionen zur Retardierung der dermalen Wirkstoffpermeation«. Die Arbeit wurde unter der Anleitung von Professor Dr. Rolf Daniels am Lehrstuhl für pharmazeutische Technologie der Uni Tübingen angefertigt und mit der Gesamtnote »summa cum laude« abgeschlossen. Nachdem Merckle der Preisträgerin die Urkunde und den zugehörigen Scheck überreicht hatte, stellte sie dem Auditorium ihre Arbeit in einem Kurzvortrag vor. Lunter erläuterte, wie es mithilfe eines von ihr entwickelten neuen Formulierungsprinzips gelingt, die Therapie des chronischen Juckreizes mit dem Wirkstoff Nonivamid für die Patienten dadurch zu vereinfachen, dass sich aus einer Creme mithilfe geeigneter Filmbildner ein Wirkstoffdepot auf der Haut bildet, aus dem der Wirkstoff retardiert abgegeben wird.

 

Der Preisverleihung folgte ein Festvortrag, für den Professor Dr. Matthias Schwab, Direktor des Instituts für klinische Pharmakologie, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, und Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Pharmakologie, Uni Tübingen, gewonnen werden konnte. In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit dem Thema »Individualisierte Arzneimitteltherapie am Beispiel der Pharmakogenomik« und legte Chancen und Herausforderungen dieses spannenden Themas an verschiedenen praxisrelevanten Beispielen dar. Den Abschluss des Vormittagsprogramms bildeten die Antrittsvorlesungen der beiden Juniorprofessoren, die im vergangenen Jahr neu an das Pharmazeutische Institut berufen wurden.

Der Nachmittag war hauptsächlich der akademischen Feier anlässlich des 80. Geburtstages von Professor Dr. H. P. T. Ammon, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Pharmakologie für Naturwissenschaften an der Uni Tübingen, gewidmet. Die Laudatio zu Ehren des Jubilars wurde von dessen Nachfolger, Professor Ruth, gehalten, der mit einem bebilderten Vortrag durch die verschiedenen Stationen des Wissenschaftlers Ammon führte. Dabei kam er selbstverständlich auch auf die Indienreisen von Ammon zu sprechen, von denen er auch sein jüngstes Forschungsgebiet, die Weihrauchforschung, mitbrachte. Damit war eine elegante Überleitung zur sich anschließenden Ehrenvorlesung geschaffen. Professor Dr. Oliver Werz, Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie, Universität Jena, berichtete darin unter dem Titel »Molekulare Wirkungen von Boswelliasäuren aus Weihrauch« über aktuelle Ergebnisse aus der Weihrauchforschung.

 

Zeugnisvergabe nach erster Hürde

 

Letzter Programmpunkt des diesjährigen Tages der Pharmazie war die Überreichung der Zeugnisse des Ersten Staatsexamens, dass in Tübingen in einem alternativen Prüfungsverfahren abgelegt wird. Insgesamt 69 Studenten konnten ihr Zeugnis des Ersten Staatsexamens in Empfang nehmen und das nach einer sehr kurzen durchschnittlichen Studiendauer von 4,3 Semestern mit einer im Vergleich zur zentralen Prüfung hervorragenden Durchschnittsnote von 2,5. Einen extra Applaus gab es für die drei Prüfungsbesten: Judith Menth (1,18), Juliander Reiner (1,34) und Natalie Zinn (1,49). /

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