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Codein bei Kindern

Einschränkungen empfohlen

26.07.2013
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Sven Siebenand / Ein Expertengremium der europäischen Arzneimittelagentur EMA empfiehlt, den Einsatz von Codein zur Schmerzbekämpfung bei Kindern einzuschränken. Anlass, das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Codein als Analgetikum bei Kindern unter die Lupe zu nehmen, waren mehrere Meldungen über schwere Komplikationen bis hin zu Todesfällen unter Codein bei Kindern. Diese waren sogenannte Ultra-rapid-Metabolizer, bei denen Codein viel schneller zu Morphin abgebaut wird, woraus zu hohe Blutspiegel, inklusive der gefährlichen Nebenwirkungen, resultierten.

Die EMA-Experten des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) schlagen nun vor, Codein erst bei Kindern über zwölf Jahren als Schmerzmittel einzusetzen und das auch nur dann, wenn andere Analge­tika wie Paracetamol und Ibuprofen nicht ausreichend wirksam sind. Bei allen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Codein gar nicht zum Einsatz kommen, wenn sie sich zur Behandlung der obstruktiven Schlaf­apnoe die Rachen- oder Gaumenmandeln operativ entfernen lassen. Ferner wünscht sich das Gremium einen Hinweis in der Fachinformation, dass Kinder mit Atemproblemen Codein nicht einnehmen sollten. Last but not least sollte – unabhängig vom Alter – Codein nie bei Ultra-rapid-Metabolizern und bei Stillenden zum Einsatz kommen.

 

Die Empfehlung des PRAC wird nun an ein anderes Gremium der EMA weitergeleitet. Wenn dieses Gremium die Empfehlungen einstimmig annimmt, müssen sie automatisch in allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Werden die Empfehlungen nur mehrheitlich für richtig befunden, muss letztlich die Europäische Kommission eine EU-weit verbindliche Entscheidung treffen. /

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