Pharmazeutische Zeitung online
Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Fast alle Supplemente nutzlos

05.06.2018
Datenschutz bei der PZ

Von Christina Hohmann-Jeddi / Fast keine Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen oder Mineralstoffen senken das Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Das zeigt eine Metaanalyse, die nun im »Journal of the American College of Cardiology« (JACC) veröffentlicht wurde (DOI: 10.1016/j.jacc.2018.04.020).

 

Die einzige Ausnahme stellt Folsäure dar, die das Risiko für Schlaganfall reduziert. Die Forscher um Professor Dr. David Jenkins von der Universität Toronto schlossen 179 kontrollierte klinische Studien, die zwischen Januar 2012 und Oktober 2017 veröffentlicht worden waren, in ihre Analyse mit ein.

Das Ergebnis: Zu den am häufigsten eingenommenen Supplementen – Multivitamin, Vitamin D, Calcium, Vit­amin C, β-Carotin und Selen – gab es keine Evidenz, dass diese vor kardiovaskulären Erkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen. Auch die Gesamtsterblichkeit war nicht reduziert. Folsäure und Präparate mit B-Vitaminen, in denen Folsäure enthalten war, konnten aber das Risiko für Schlaganfälle verringern. Allerdings erhöhte die Einnahme von Niacin (Vitamin B3) die Gesamtsterblichkeit um 10 Prozent sowie die von Antioxidanzien-Mischungen um 6 Prozent.

 

Die Ergebnisse bestätigten nach Ansicht der Forscher die Einschätzung der U.S. Preventive Services Task Force von 2014, der zufolge »die derzeitige Evidenz nicht ausreiche, um Nutzen gegen Schaden von Supplementen mit einzelnen Substanzen oder Kombinationen für die Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen oder Krebs abschätzen zu können«. Um die Herzgesundheit zu verbessern, sollte die Bevölkerung verstärkt zu einer gesunden Ernährungsweise angehalten werden. Geeignet seien hier eine Mittelmeer- oder eine vegetarische Diät. /

Mehr von Avoxa