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Frontal 21

Wechselwirkung zwischen Metformin und Marcumar

27.05.2008
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Frontal 21

Wechselwirkung zwischen Metformin und Marcumar

ABDATA / In einer Sendung des Fernsehmagazins »Frontal 21« am 20. Mai wurde unter dem Titel »Gefährliche Pillencocktails: Wechselwirkungen bei Medikamenten« über eine Interaktion zwischen Phenprocoumon und Metformin berichtet.

 

Eine Patientin, die ins Krankenhaus kam, nachdem diese Interaktion aufgetreten sei, so das Sendemanuskript, habe die gefährliche Kombination weiter bekommen - »nur die Dosis wurde verändert. Wenige Wochen später stirbt sie.« Die vermutlich sehr vielen Patienten, die diese beiden Arzneimittel einnehmen, wurden dadurch beunruhigt und fragten auch in Apotheken nach.

 

Metformin kann die Elimination von Phenprocoumon dosisabhängig beschleunigen, sodass unter Umständen höhere Dosen erforderlich sind, um die Thromboplastinzeit im angestrebten Ausmaß zu verlängern. Während einer Marcumar-Behandlung wird die Gerinnungszeit im Abstand von drei bis vier Wochen regelmäßig überprüft und die Dosierung des Antikoagulans entsprechend angepasst. Bekanntlich verändern sehr viele Arzneimittel die blutgerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon. Bei entsprechender Dosisanpassung können aber die meisten dieser Arzneimittel ohne erhöhtes Risiko zusammen mit Marcumar eingenommen werden - so auch Metformin.

 

 

Quelle:

Ohnhaus, E.E., et al.: The influence of dimethylbiguanide on phenprocoumon elimination and its mode of action. Klin. Wochenschr. 61 (1983) 851-858.

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