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EPSA-Training-Project

Neue Trainer für Europa

06.05.2011
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Von Maria-Christina Kaiser / »Man kann einen Menschen nichts lehren; man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.« Dieser Ausspruch von Galileo Galilei ist der zentrale Gedanke, der hinter dem Konzept von Trainings steht. Trainer unterrichten nicht, sie leiten ihre Teilnehmer durch bestimmte Fragen, Methoden und Instrumente an und sorgen dafür, dass sie einen Lernprozess durchlaufen.

Studenten verschiedener Fachrichtungen und Organisationen machen sich dieses Konzept bei der Förderung des extracurricularen Lernens zunutze. Auf Studentenkongressen und anderen Veranstaltungen (international sowie national, aber auch auf lokaler Ebene) halten sie »Trainings« ab und vermitteln hier Studenten Fähigkeiten und Kenntnisse, die im Arbeitsleben zwar unentbehrlich sind, im Lehrplan des Studiums jedoch oft zu kurz kommen. So erleichtern strukturiertes Arbeiten und gutes Zeit- und Stressmanagement nicht nur die Bewältigung des Studiums, sondern sind auch wichtige Faktoren, um im Berufsleben erfolgreich zu sein.

Für angehende Apotheker sind Kommunikation mit Patienten und Kollegen, die Arbeit im Team sowie Konfliktmanagement wichtige Themen. Vertrauensvolle Atmosphäre in der Apotheke durch gute Kommunikationsfähigkeit und die Leitung eines funktionierenden Teams sind essenzielle Elemente, auf die der Lehrplan des Pharmaziestudiums nur bedingt vorbereitet.

 

Daher hat die europäische Studentenorganisation EPSA (European Pharmaceutical Students‘ Association) vor zwei Jahren das EPSA-Training-Project ins Leben gerufen. Die Trainer stammen aus den eigenen Reihen und werden von EPSA selbst in sogenannten TNTs (Training New Trainers) ausgebildet.

 

Eine neue Generation von Trainern traf sich nun in Warschau. Die zehn Teilnehmer aus den Niederlanden, Finnland, Norwegen, Rumänien, Polen, Slowenien und Deutschland wurden von Inkatuuli Heikkinen (EPSA Training Coordinator 2010/2011) und Louise W. Jensen (EPSA Honorary Life Member und Gründerin des Projektes) durch ein anspruchsvolles Programm auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie lernten, was einen guten Trainer ausmacht, wie ein Training strukturiert sein muss und wie man bei der Planung am besten vorgeht. Es galt zu verstehen, wie ein Lernzyklus abläuft und wie man die unterschiedlichen Lerntypen (visuell, auditiv, kinetisch) durch verschiedene Trainingsmethoden am besten berücksichtigt und einbezieht. Auch für Stolperfallen und absolute No-Gos wurden die Teilnehmer in »How-to-loose-your-audience in ten minutes« sensibilisiert. Ebenso wurden den Trainern ganz konkrete Werkzeuge und Elemente an die Hand gegeben. So sorgen Ice-Breaker für eine lockere Atmosphäre und den Abbau von Hemmungen. Energizer, kleine Spiele, die die Aufmerksamkeit und Konzentration wieder herstellen und die Gruppendynamik stärken, wurden vorgestellt und erprobt. Abschließend erfolgte der Sprung ins kalte Wasser: die Teilnehmer mussten in eigenen kleinen Trainings zeigen, ob sie das Gelernte auch anwenden können. In der anschließenden Auswertung zeigten sich die Trainer der Trainer höchst zufrieden mit dem Ergebnis.

 

Das neu Erlernte musste nicht lange in den motivierten Teilnehmern schlummern. Auf dem EPSA Annual Congress, der zwei Wochen später in Lissabon, Portugal stattfand, wurden den Studenten Trainings, zum Beispiel zu Körpersprache, Emotionaler Intelligenz, Stress-, Zeit- und Projektmanagement angeboten.

 

Auch in Deutschland, auf der Bundesverbandstagung des BPhD in Kiel vom 2. bis 5. Juni wird es die Gelegenheit zur Teilnahme an einem EPSA-Training geben, die hoffentlich von vielen angehenden Apothekern ergriffen wird. / 

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