Pharmazeutische Zeitung online
EU-Fälschungsschutzrichtlinie

Die Uhr tickt

10.02.2016  09:29 Uhr

Von Jennifer Evans / Ab 9. Februar 2019 dürfen verschreibungspflichtige Medikamente bis auf wenige Ausnahmen nur noch mit Sicherheitsmerkmal und Seriennummer in Verkehr gebracht werden. Hintergrund ist die sogenannte Fälschungsrichtlinie der Europä­ischen Union aus dem Jahr 2011.

 

Sie soll kriminellen Fälschern von Arzneimitteln zum Wohle der Patienten das Handwerk legen. Die einzelnen Mitgliedstaaten müssen demnach einen Fälschungsschutz für rezeptpflichtige Arzneimittel entwickeln. 

Nähere Details zur Gestaltung entsprechender Sicherheitsmerkmale legt nun eine sogenannte delegierte Verordnung fest, die am Dienstag im Amtsblatt der Europä­ischen Union veröffentlicht wurde. Drei Jahre haben die Länder Zeit, den Vorgaben der Verordnung zu folgen.

 

In Deutschland hatten sich bereits vor Jahren Hersteller, Apotheker und Großhändler in der Initiative Securpharm zusammengeschlossen, um einen Sicherheitscode zu entwickeln. Dieser trägt eine individuelle Seriennummer, die das Arzneimittel per Scan als Original ausweisen soll. Damit werden Fälschungen in der legalen Lieferkette bereits frühzeitig erkannt. »Deutschland soll auch weiterhin zu den sichersten Märkten für Arzneimittel gehören«, sagte Reinhard Hoferichter, Vorstandssprecher von Securpharm. Mehr als 21 Millionen Packungen sind derzeit im Codierungssystem der Initiative registriert, so werden die Sicherheitsmerkmale auf ihre Alltagstauglichkeit im Apothekengeschäft geprüft. /

Mehr von Avoxa