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Rauchen

Mutationen in Minuten

18.01.2011  16:34 Uhr

PZ / Zigarettenrauch kann innerhalb weniger Minuten genetische Schäden anrichten und damit den Grundstein für mögliche Krebserkrankungen legen. Mit Rauchen sollte man daher erst gar nicht anfangen.

Rauchen gefährdet die Gesundheit und dies rascher als bislang gedacht. Bestimmte krebserregende Stoffe entstehen innerhalb weniger Minuten, berichten Stephen S. Hecht von der Universität von Minnesota und seine Kollegen im Fachjournal »Research in Chemical Toxicology« (doi: 10.1021/tx100345x). Die Forscher untersuchten die im Rauch enthaltenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die nachgewiesenermaßen krebserregend wirken.

Die Substanzen werden zu krebserregenden Metaboliten abgebaut, die dann die DNA direkt angreifen können. Hecht und sein Team testeten, nach welchem Zeitraum diese Karzinogene entstehen. Hierfür ließen die Forscher zwölf Probanden präparierte Zigaretten rauchen, die den markierten PAK Phenanthren enthielten. Die Metaboliten wiesen sie dann in Blutproben nach. Der Studie zufolge vergehen nur 15 bis 30 Minuten nach dem Rauchen, bis die karzinogenen Substanzen auftreten. Die Abbaupro­dukte entstehen so rasch, als wenn die PAK intravenös verabreicht worden wären. Die Bildung der karzinogenen Substanzen setze sofort ein und sei kein theoretischer Langzeiteffekt, schreiben die Forscher. »Die Ergebnisse sollten eine starke Warnung für diejenigen sein, die darüber nachdenken, mit dem Rauchen anzufangen.« Nach Angaben von Hecht werden die PAK in Zigaretten mit Lungentumoren und mindestens 18 weiteren Krebsarten in Verbindung gebracht. Lungenkrebs fordert weltweit etwa 3000 Todesopfer am Tag; 90 Prozent der Fälle gehen auf das Rauchen zurück. Wer glaube, rechtzeitig wieder aufhören zu können, erliege einem Irrtum, warnen die Forscher. Die genetischen Schäden träten nicht erst nach Jahren auf, sondern unter Umständen schon nach der ersten Zigarette. /

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