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ABDA-Präsidentin Overwiening

Apotheken sollten sich fürs Impfen bereit machen

Wird ein separater Raum benötigt?

Unklar ist noch, ob es einen eigenen geeigneten Raum braucht, wie derzeit in den Grippeimpfschutz-Modellprojekten vorgeschrieben, schließlich wird derzeit auch in Bussen und auf Parkplätzen gegen das Coronavirus geimpft. Ebenfalls steht noch nicht fest, ob es ausreicht, wenn immer ein Ersthelfer, wie ihn jede Apotheke ohnehin hat, während der Impfzeiten vor Ort ist, falls es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Auch wenn einige Details und der genaue Zeitpunkt also noch unklar sind, komme es auf die Bereitschaft und die Kapazitäten der Apotheken an, sich an der Impfkampagne durch dieses zusätzliche Angebot noch stärker zu beteiligen, so Overwiening. Sie erinnerte daran, dass sich die Apotheker vor zwei Jahren wohl auch noch nicht hätten vorstellen können, zusätzlich zu ihrem eigentlichen Versorgungsauftrag Millionen Liter Desinfektionsmittel herzustellen, Masken zu verteilen, Schnelltests durchzuführen, digitale Impfzertifikate zu erstellen, Impfdosen zu rekonstituieren und nun an die Arztpraxen auszuliefern.

Bei 10.000 beteiligten Apotheken bis zu 100.000 Impfungen pro Tag

Viele Mitglieder der Kammerversammlung sahen es in ihren Wortmeldungen als selbstverständlich an, sich so gut wie möglich beim Impfen zu beteiligen. Wenn 10.000 Apotheken jeden Tag jeweils zehn Impfungen durchführen würden, wären dies immerhin 100.000 am Tag. Sollten sich wirklich alle Apotheken beteiligen und an sechs Tagen die Woche jeweils zehn Impfungen durchführen, wären dies schon mehr als eine Million Impfungen pro Woche – wohlgemerkt zusätzlich zu denen der Arztpraxen. Aber selbst, wenn es deutlich weniger Apotheken sein werden: Jede zusätzliche Impfung zählt.

Auch wenn sich auf Funktionärsebene die Ärzte immer noch vehement gegen das Impfen in der Apotheke aussprechen, ob gegen Grippe oder Covid-19, die Gespräche vor Ort und Apotheken und Praxen zeichnen laut Berichten der Delegierten ein anderes Bild. So würden viele Ärzte die Entlastung beziehungsweise das ergänzende Angebot begrüßen.

»Wir sind eben in einer Krise und wir schaffen das«, appellierte Overwiening an die Apothekerschaft. »Wir brauchen diese Anstrengung, wenn wir weiterhin Teil der Lösung sein wollen.«

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