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Apotheken-Impfungen

»Die Apotheken in Deutschland stehen bereit«

Schon ab dem kommenden Herbst dürfen Apothekerinnen und Apotheker flächendeckend gegen Grippe impfen. Für diese Möglichkeit hat der Bundestag am gestrigen Donnerstag durch die Verabschiedung des sogenannten Pflegebonusgesetzes grünes Licht gegeben. Von ABDA und Ampelkoalition kam Beifall.
Cornelia Dölger
20.05.2022  12:30 Uhr

»Die Apotheken in Deutschland stehen bereit, die Impfangebote in den Haus- und Facharztpraxen ab der kommenden Grippesaison zu ergänzen«, sagte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening heute in einer Pressemitteilung. »Gerade beim jährlichen Grippeschutz sind zusätzliche Angebote dringend erforderlich, da die Impfquote trotz aller Angebote und Kampagnen viel zu niedrig ist.« Dafür sei die Apotheke die richtige Anlaufstelle. Mehr als 100.000 Corona-Impfungen in den Apotheken hätten gezeigt, dass Impfungen in den Apotheken genauso sicher seien wie in den Arztpraxen und »bei entsprechendem Bedarf ganz selbstverständlich in Anspruch genommen werden«, so Overwiening. »Bis es mit den Grippeimpfungen losgehen könne, würden weitere ärztliche Fortbildungen absolviert, Impfstoffdosen vertraglich gesichert und bestellt, Abrechnungswege und Erfassungsprozeduren etabliert.

Grünen-Politiker Dahmen: Bin stolz auf den Passus

Auch aus der Politik kam Zuspruch. »Die Apotheke ist ein Ort des Vertrauens«, betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter für Apotheken, Dirk Heidenblut, heute in einer Pressemitteilung. »Ich freue mich sehr, dass Bürgerinnen und Bürger dort künftig auch dauerhaft eine Grippeschutzimpfung erhalten können.« Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich im Rahmen der Modellvorhaben in der Apotheke zum ersten Mal gegen Grippe impfen lassen. »Ich würde mich freuen, wenn das Vertrauen in die Kompetenz von Apothekerinnen und Apothekern weiter die Impfbereitschaft fördert«, so Heidenblut. Bereits gestern bei der Aussprache hatte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, die Apotheken-Impfungen begrüßt. Sie seien ein »entscheidender Meilenstein« zu einer niedrigschwelligen Versorgung mit Grippeimpfstoffen, so Dahmen. Er sei stolz auf diesen Passus.

Bisher waren Influenza-Impfungen in der Apotheke nur in regional begrenzten Modellvorhaben möglich, die ihrerseits in der Bevölkerung gut angenommen wurden, wie wissenschaftliche Evaluationen gezeigt haben. Die Rechtsgrundlage für die Modellprojekte liefert das Masernschutzgesetz, das im März 2020 verabschiedet wurde und in dem Union und SPD gemeinsam beschlossen hatten, dass Krankenkassen und Gruppierungen von Apotheken entsprechende Verträge abschließen können. Per Änderungsantrag ist dieses Vorhaben nun in das Gesetz zur Zahlung eines Bonus für Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen (Pflegebonusgesetz) überführt worden. Das Gesetz fungiert dabei als »Omnibusgesetz«, sodass auch fachfremde Reformen wie die der Apothekenimpfungen berücksichtigt werden können. Sie sollen demnach in einem neuen Abschnitt (Paragraph 20c) des Infektionsschutzgesetzes genannt werden.

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