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ABDA-Präsidentin Overwiening

Apotheken sollten sich fürs Impfen bereit machen

Der Bundestag könnte schon nächste Woche über Änderungen am Infektionsschutzgesetz diskutieren, um Corona-Impfungen in der Apotheke zu ermöglichen, sagte ABDA- und AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening bei der heutigen Versammlung der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Die Kammern sollen dann sofort Fortbildungen in niederschwelliger Form anbieten. Wer diese für die Grippeschutzimpfung bereits hat, soll sofort losimpfen können.
Daniela Hüttemann
01.12.2021  14:02 Uhr

Es steht noch nicht fest, aber es sieht immer mehr danach aus, dass die Politik schon sehr bald den Weg für Corona-Boosterimpfungen in den Apotheken frei macht, berichtete Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA und Apothekerkammer Westfalen-Lippe, aus Gesprächen mit Politikern, die sie am gestrigen Dienstag geführt habe. Demnach soll dazu §20b des Infektionsschutzgesetzes geändert werden. Möglicherweise könnte dies schon in der kommenden Woche erstmals im Bundestag besprochen werden. Am gestrigen Dienstag hatten sich auch erstmals die Ministerpräsidentinnen, Ministerpräsidenten mit der alten und neuen Bundesregierung dazu ausgetauscht und hatten vereinbart, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen.

Die Corona-Impfung in der Apotheke werde genauso »hauruck« kommen, wie zuvor Masken-Verteilaktionen und Schnelltests in der Apotheke, vermutet Overwiening. Der Druck im Kessel sei hoch und die Politik wolle das Impfen in der Apotheke nun unbedingt. Steht die gesetzliche Grundlage, könnten Apothekerinnen und Apotheker, die bereits die entsprechende Theorie- und Praxisfortbildung für die Grippeimpf-Modellprojekte absolviert haben, wohl sofort zur Nadel greifen. Das sind derzeit rund 2600 Apothekerinnen und Apotheker in sieben Bundesländern und etwa 1000 Apotheken. Die Apotheken, die noch nicht in einem Grippeschutz-Modellprojekt involviert sind, sollen sich aber schon sehr bald fortbilden lassen können.

Overwiening: Jede weitere Impfung zählt

Nicht jede Apotheke kann und will aus Kapazitätsgründen Covid-19-Impfungen anbieten, kristallisierte sich bei der Diskussion der Kammerversammlung heraus, doch sind immer mehr Apotheken dazu bereit. Overwiening hält es für realistisch, dass sich genauso viele Apotheken beteiligen wie bei den Schnelltests, vielleicht sogar mehr. Es gehe auch nicht darum, genauso viele Impfungen wie die Arztpraxen zu schaffen, sondern ein zusätzliches, niederschwelliges Angebot zu machen – in der derzeitigen Lage zähle jede einzelne weitere Impfung.

Laut Overwiening sei ein »Kompaktschulungsangebot« letzte Woche in der Bundesapothekerkammer auf den Weg gebracht worden. Der Theorieteil werde als Video aufgenommen, den Praxisteil sollen die einzelnen Kammern organisieren. Sie werden voraussichtlich nicht in Seminaren mit 25 Personen wie bei der Grippeimpfung durchgeführt. Die Praxis soll vielmehr auch bei Inhouse-Schulungen in den Apotheken, in Arztpraxen oder Impfzentren erworben werden können, um das Impfen in der Apotheke möglichst schnell in die Fläche zu bringen.

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