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Comirnaty

Apotheken können Biontech/Pfizer-Impfstoff im Kühlschrank lagern

Seit Wochen wird der Start der Corona-Impfungen in den Arztpraxen organisiert. In wenigen Tagen sollen die Mediziner erstmals über die Apotheken bestellen. Und doch sind immer noch nicht alle Fragen geklärt. Sicher ist immerhin: Apotheken brauchen keine spezielle Kühl-Logistik für den Umgang mit den Vakzinen.
Stephanie Schersch
25.03.2021  14:06 Uhr

Nach Ostern soll der Starschuss endlich offiziell fallen. Rund 50.000 Hausärzte können dann mit den Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Die Vakzine soll über Apotheken und Großhandel in die Arztpraxen gelangen. Auch wenn der Weg über diese Strukturen bestens eingespielt ist, bringt die Covid-19-Impfung ganz eigene Herausforderungen mit sich. Für den Vertrieb braucht es daher ein eigenes Konzept. 

Bereits am Mittwoch war die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit einer Information der Mediziner vorgeprescht. Demnach sollen die Ärzte spätestens am 30. März erstmals bei den Apotheken die Vakzine plus Impfzubehör bestellen. Ausgeliefert wird dann direkt nach Ostern am 6. oder 7. April. Die PZ hatte ausführlich über den geplanten Bestellzyklus berichtet. Am heutigen Donnerstag legte nun die ABDA Informationen für die Apotheken nach. Auch die Bundesvereinigung verweist auf das abgestimmte Konzept für den Vertrieb. Das hatten ABDA und die Großhändler zusammen mit der KBV im Februar aufgesetzt. Jetzt gab es offenbar grünes Licht auch aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG).

Transport in der Kühlbox

Zunächst wird ausschließlich das Biontech/Pfizer-Vakzin Comirnaty® an die Arztpraxen gehen, das besonders sensibel und ultratiefgekühlt gelagert werden muss. In den Apotheken wird das allerdings nicht zum Problem, denn aufgetaut wird der Impfstoff bereits beim Großhandel, wie aus einem Organigramm der ABDA hervorgeht. Demnach beginnen die Großhändler am Dienstagmorgen vor der Auslieferung an die Apotheken mit einem kontrollierten Auftauprozess. Anschließend geht der Impfstoff in Kühlboxen bei 2 bis 8 Grad Celsius an die Offizinen, zusammen mit einer ausführlichen Begleitdokumentation.

Müssen die Apotheken den Impfstoff kurz zwischenlagern, können sie dies ebenfalls bei 2 bis 8 Grad im Kühlschrank tun. Diese Temperaturen müssen anschließend auch für den Transport zum Arzt in Kühlboxen ausschlaggebend sein. In der Praxis bleiben in der Regel drei Tage Zeit für das Verimpfen des Vakzins. So dürfen zwischen dem ersten Auftauen und der Immunisierung nicht mehr als 120 Stunden vergehen.

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