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Regdanvimab

Antikörper wirksam gegen Corona-Mutanten

Die Firma Celltrion hat einen therapeutischen Antikörper zur Behandlung von SARS-CoV-2-Infizierten entwickelt. Er soll auch bei der B.1.1.7-Virusvariante wirksam sein sowie in Kombination mit anderen neutralisierenden Antikörpern auch bei der Südafrika-Variante B.1.351. Zugelassen ist er bereits in Südkorea. Die EU soll bald folgen.
Daniela Hüttemann
16.02.2021  16:30 Uhr

Das südkoreanische Unternehmen Celltrion hat in seinem Heimatland in diesem Monat eine bedingte Zulassung für den therapeutischen Antikörper Regdanvimab (CT-P59) erhalten. Wie die Firma mitteilt, sei die Notfallanwendung dort nun möglich bei erwachsenen Patienten mit leichten Covid-19-Symptomen, die mindestens 60 Jahre alt sind oder mindestens eine Grunderkrankung (kardiovaskuläre Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck) aufweisen, sowie bei erwachsenen Patienten mit moderaten Covid-19-Symptomen.

Wie die Konkurrenten Casirivimab und Imdevimab (REGN-COV2) von Roche und Regeneron sowie Bamlanivimab und Etesivimab von Lilly richtet sich Regdanvimab gegen die Rezeptorbindedomäne des Spike-Proteins von SARS-CoV-2. Erste Tests hätten ergeben, dass Regdanvimab auch gegen Mutanten des Virus wirksam sei: »Nach unabhängigen Prüfungen hat die koreanische Behörde für Krankheitsbekämpfung und -prävention (KDCA) bestätigt, dass Regdanvimab sieben Varianten von SARS-CoV-2 erfolgreich neutralisiert, einschließlich der erstmals in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7«, teilte Celltrion heute mit. Basis seien Daten einer noch laufenden Phase-II/III-Studie. Die Patienten erhalten eine Einmaldosis als Infusion.

Auch habe eine Kombinationstherapie aus Regdanvimab und einem weiteren monoklonalen Antikörperkandidaten von Celltrion, der noch keine Bezeichnung hat, Wirkung gegen die britische Variante B.1.1.7 sowie die südafrikanische Variante B.1.351 gezeigt, heißt es weiter. Möglicherweise wird sich also auch hier, wie zuvor schon bei Bamlanivimab, zeigen, dass die Gabe von zwei verschiedenen Antikörpern sinnvoller ist als eine Monotherapie.

An der Phase-II/III-Studie sollen laut Studienprotokoll 1020 Probanden mit leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen teilnehmen. Zu den Zwischenergebnissen schreibt Celltrion: »Bisher konnte gezeigt werden, dass CT-P59 das Risiko einer Covid-19-bedingten Hospitalisierung und Sauerstoffzufuhr bis zum 28. Tag signifikant reduziert. Zudem verringert der monoklonale Antikörper die Progressionsrate zu einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Symptomen um 54 Prozent und bei Patienten mit mittelschweren Symptomen im Alter von 50 Jahren und älter um 68 Prozent. Die Zeit bis zu einer klinischen Genesung im Vergleich zu Placebo wird laut den Zwischenergebnissen um 3,4 bis 6,4 Tage und damit signifikant verkürzt.«

»Eine Behandlung mit dem Antikörperkandidaten wäre innerhalb von drei bis fünf Tagen nach dem Viruspositivtest am sinnvollsten«, sagt Studienleiter Dr. Adrian Streinu-Cercel, Professor für Infektionskrankheiten an der Medizinischen und Pharmazeutischen Universität Carol Davila in Bukarest (Rumänien).

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