Wenn draußen die Temperaturen sinken und drinnen die Heizperiode beginnt, nehmen Atemwegserkrankungen zu. Bei einer Rhinosinusitis können frei verkäufliche Medikamente aus der Apotheke Erleichterung bringen. / © Getty Images/Guido Mieth
Die Nase ist verstopft, die Nasenatmung erschwert oder gar nicht mehr möglich, das Gesicht schmerzt, Gerüche werden nicht mehr wahrgenommen: Dies sind die typischen Symptome einer Rhinosinusitis. Oft verschlimmern sich die Beschwerden beim Vornüberbeugen. Auch (in den Rachenbereich) ablaufendes Sekret stellt ein Symptom dar. In manchen Fällen kommen Fieber und/oder Kopfschmerz hinzu. In den meisten Fällen stellt ein viraler Infekt den Auslöser dar. Seltener sind es bakterielle Infektionen; mit zeitlicher Verzögerung können bakterielle Superinfektionen auftreten. Laut Leitlinie kommt dies bei 0,5 bis 2 Prozent der Fälle vor. Fieber oder eine Färbung des Sekrets erlauben keine Hinweise darauf, ob die Infektion viral oder bakteriell verursacht ist.
Zwar heilt eine akute Rhinosinusitis in der Regel spontan ab (mehr als 90 Prozent der Fälle nach vier Wochen). Viele Patienten empfinden die Beschwerden jedoch als belastend und wünschen eine rasche Linderung. Sekret entfernen und Schleimhäute abschwellen bilden dabei die wichtigsten Maßnahmen.
Von einer akuten Rhinosinusitis (ARS) spricht man, wenn die Erkrankung bis zu zwölf Wochen andauert. Bei einer Dauer von mehr als zwölf Wochen bezeichnet man sie als chronisch (CRS). Wiederkehrende Episoden – mindestens vier innerhalb von zwölf Monaten, gezählt ab der ersten Episode – bezeichnet man als rezidivierende akute Rhinosinusitis (rez. ARS).
Um Sekret aus Nase und Nebenhöhlen zu entfernen, können Nasenspülungen (etwa mit Emser® Sole, Rhinomer®) zum Einsatz kommen. Bei Personen mit Infektneigung eignen sie sich außerdem zur Prävention. Auch salinische Lösungen in Form von Sprays (etwa Mar® plus) stellen eine sinnvolle Option dar. Sie können den Verbrauch an abschwellenden Nasensprays deutlich senken. Für eine Anwendung salinischer Lösungen mittels Inhalation stehen inzwischen handliche Vernebler zur Verfügung (beispielsweise Emser® Inhalator Compact oder Pari Boy® Go). Salzlösungen gibt es als isotone oder hypertone Lösung. Dabei ist zu beachten, dass es bei der Anwendung hypertoner Lösungen zu einer vorübergehenden Reizung der Schleimhaut kommen kann.
Lokale und systemische Dekongestiva sorgen für ein Abschwellen der Schleimhäute und machen so eine Nasenatmung wieder möglich. Zudem kann Sekret abfließen und Nasenspülungen können leichter durchgeführt werden. Zu den lokalen Dekongestiva gehören Nasensprays mit Xylometazolin (zum Beispiel Nasic®) oder Oxymetazolin (etwa Nasivin®). Sie sollten nicht länger als sieben Tage angewendet werden.
Systemische Dekongestiva wie Pseudoephedrin (etwa in Aspirin® Complex), Phenylephrin (beispielsweise in Geloprosed®) oder Phenylpropanolamin (etwa in Wick Daymed Hartkapseln) gibt es nur in Kombination mit weiteren Wirkstoffen, meist mit einem Analgetikum. Dies muss bei der Auswahl und Beratung berücksichtigt werden. Auch sie sollten nur kurzzeitig angewendet werden.
Phytopharmaka unterstützen die Verflüssigung zähen Schleims sowie die Funktion der Zilien, die bei der Reinigung der Atemwege eine wichtige Rolle spielen. Zum Einsatz kommen hierbei unter anderem der patentierte Mischextrakt BNO1016 (Sinupret extract®), ein Mischdestillat aus Eukalyptus-, Süßorangen-, Myrten- und Zitronenöl (Gelomyrtol®) sowie 1,8-Cineol (Soledum®, Sinolpan® forte). Daneben können ätherische Öle in Form von Salben (etwa Wick Vaporub oder Transpulmin®) angewendet werden.
Noch nicht in der Leitlinie aufgeführt ist ein N-Acetylcystein-(NAC-)haltiges Nasenspray (Salinac®), das neben 6 Prozent NAC auch 3 Prozent Natriumchlorid enthält. NAC soll dabei zähen Schleim verflüssigen und so den Abtransport erleichtern, die hypertone Kochsalzlösung die Schleimhäute abschwellen. Das Spray soll maximal zehn Tage lang angewendet werden. Ein mögliches brennendes Gefühl nach Einsprühen in die Nase vergeht nach wenigen Minuten.
treten bei einer Rhinosinusitis sehr selten auf. Als Warnzeichen gelten