Gegen einen lästigen Schnupfen helfen vor allem abschwellende Nasensprays, viel trinken und Inhalationen. / © Adobe Stock/grinny
Die Zahl der Apothekenkunden, die wegen einer laufenden oder verstopften Nase in der Apotheke um Rat fragen, nimmt im Herbst und Winter deutlich zu. Die möglichen Auslöser der Beschwerden reichen von einem grippalen Infekt über eine allergische Reaktion bis hin zu eher seltenen Verursachern, zu denen auch Arzneimittel zählen können. So kann, wer im Frühjahr unter einer Pollenallergie leidet, im Herbst unter anderem auf Äpfel, Möhren oder Nektarinen mit Schnupfensymptomen reagieren. Wer zu lange und/oder zu häufig abschwellende Nasensprays verwendet, erhöht sein Risiko für eine verstopfte Nase. Bei deutlichen, plötzlich aufgetretenen Krankheitszeichen kommen außerdem andere Infekte wie eine Influenza oder Covid-19 infrage.
Am häufigsten ist im Herbst und Winter jedoch ein Erkältungsschnupfen. Verursacht wird er durch eine Reihe verschiedener Erreger, an erster Stelle Rhinoviren. Sie gelangen mittels Tröpfcheninfektion in die Zellen der Nasenschleimhäute, wo sie sich vermehren. Zu Beginn kommt es zu einem Fließschnupfen. Im weiteren Verlauf dickt das Sekret ein; die Blutgefäße erweitern sich, die Nasenschleimhaut schwillt an. In der Folge ist die Nase verstopft, die Nasenatmung erschwert oder gänzlich unmöglich. Auch die Nebenhöhlen können betroffen sein. In den meisten Fällen (60 bis 80 Prozent) heilt eine akute Rhinosinusitis innerhalb von zwei Wochen vollständig aus, nach sechs Wochen liegt die Rate bei 90 Prozent.
Um schnell wieder eine freie Nase zu bekommen, können Dekongestiva zum Einsatz kommen. Sie bewirken eine Verengung der erweiterten Blutgefäße; sodass die Nasenschleimhäute abschwellen. Zur Verfügung stehen topische Dekongestiva, mit Wirkstoffen wie Xylometazolin (etwa Olynth®) oder Oxymetazolin (etwa Nasivin®). Sie wirken bis zu acht beziehungsweise zwölf Stunden und können bis zu dreimal täglich angewendet werden. Wichtig: Sie sollten nicht länger als sieben Tage verwendet werden, da eine länger dauernde und/oder häufigere Anwendung eine Rhinitis medicamentosa begünstigen kann.
Systemische Dekongestiva wie Pseudoephedrin oder Phenylephrin wirken ebenfalls abschwellend. Sie werden meist in Form von Kombinationspräparaten angeboten, die weitere Erkältungssymptome lindern, zum Beispiel Pseudoephedrin/Acetylsalicylsäure (etwa Grippostad® complex, ab 16 Jahren) oder Phenylephrin/Paracetamol (etwa Geloprosed®, ab 12 Jahren). Eine Anwendung im Rahmen der Selbstmedikation sollte nicht länger als drei Tage erfolgen.
Wichtige Gegenanzeigen sowohl bei topischen als auch bei systemischen Dekongestiva sind unter anderem ein schwerer oder unbehandelter Bluthochdruck, eine schwere koronare Herzkrankheit oder eine Schilddrüsenüberfunktion sowie die gleichzeitige (bis zwei Wochen nach Absetzen) Anwendung von Monoaminooxidase-(MAO-)Inhibitoren. Vorsicht ist unter anderem geboten bei Patienten mit Diabetes mellitus, benignem Prostatasyndrom oder Engwinkelglaukom. Bei systemischen Dekongestiva gibt es außerdem Hinweise auf Gefäßspasmen.
Bei durch zähen Schleim verstopften Atemwegen/Nebenhöhlen können außerdem ätherische Öle zum Einsatz kommen, beispielsweise Myrtol, eine rektifizierte Mischung aus verschiedenen Ölen (etwa Gelomyrtol®) oder Cineol (etwa Soledum®), die innerlich angewendet werden. Sie können laut Leitlinie ebenso empfohlen werden wie der Fünferextrakt BNO 1016 (Sinupret®).