Erstaunlich, aber belegt: Eine frei Nase macht schneller gesund. / © Getty Images/AntonioGuillem
Die weitaus größte Gruppe der Rhinologika bilden die schleimhautabschwellenden Nasensprays und -tropfen mit Dekongestiva. Die enthaltenen α-Sympathomimetika Oxymetazolin (wie Wick Nasivin®), Tramazolin (wie Rhinospray®) oder Xylometazolin (wie Olynth®, Otriven® Sinuspray) bewirken eine lokale Verengung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. Die Tatsache, dass sie die Beschwerden einer laufenden oder verstopften Nase innerhalb kürzester Zeit effektiv bessern, dürfte ihre Beliebtheit bei Schnupfengeplagten ausmachen. Die Wirkung hält fünf bis acht Stunden an. Insofern reicht eine zwei- bis dreimalige Anwendung aus.
Systemische Nebenwirkungen von α-Sympathomimetika sind bei Erwachsenen nicht zu befürchten. Dennoch lohnt sich genaueres Hinterfragen bei der Abgabe an Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion. Schwangere mit Erkältungsschnupfen können abschwellende Nasentropfen ohne Bedenken maximal eine Woche anwenden. Bei Säuglingen allerdings ist die Anwendung topischer α-Sympathomimetika selbst in niedrigen Dosierungen umstritten, da systemische Nebenwirkungen nicht sicher auszuschließen sind.
Wichtig ist, bei der Abgabe in der Apotheke auf die beschränkte Anwendungsdauer von sieben bis zehn Tagen hinzuweisen. Andernfalls besteht die Gefahr einer Rhinitis medicamentosa, also eines medikamentös ausgelösten Dauerschnupfens. Diese verstärkte Durchblutung der Nasenschleimhaut fühlt sich an, als sei die Nase »verstopft«. In der Folge greifen Betroffene erneut zum abschwellenden Nasenspray und haben mit der Zeit das Gefühl, nicht mehr ohne Nasenspray auskommen zu können – darin besteht das Abhängigkeitspotenzial.
Dieser »Nase-dicht-Effekt« ist eher bei Präparaten mit dem Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid zu beobachten. Es trocknet nachgewiesenermaßen die Schleimhäute aus und hemmt die Bewegung der Flimmerhärchen in der Nase. Mittlerweile gibt es die meisten Dekongestiva auch in der konservierungsmittelfreien O. K.-Variante. Eine spezielle Ventiltechnik (3K®-Pumpsystem, COMOD®-Dosiertropfer) verhindert die Kontamination des Inhalts bei der Applikation (wie Wick Nasivin®, Hysan® Schnupfen- oder Salinspray).