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Rhinologika
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Hilfe für Rotznasen

Eine verstopfte Nase gehört zu den lästigsten Symptomen eines grippalen Infekts. Sie hemmt die Konzentrationsfähigkeit, leistet einer Sinusitis Vorschub und lässt schlechter schlafen. Was bringt kleinen und großen Rotznasen mehr Luft?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 26.10.2026  09:00 Uhr

Die weitaus größte Gruppe der Rhinologika bilden die schleimhautabschwellenden Nasensprays und -tropfen mit Dekongestiva. Die enthaltenen α-Sympathomimetika Oxymetazolin (wie Wick Nasivin®), Tramazolin (wie Rhinospray®) oder Xylometazolin (wie Olynth®, Otriven® Sinuspray) bewirken eine lokale Verengung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. Die Tatsache, dass sie die Beschwerden einer laufenden oder verstopften Nase innerhalb kürzester Zeit effektiv bessern, dürfte ihre Beliebtheit bei Schnupfengeplagten ausmachen. Die Wirkung hält fünf bis acht Stunden an. Insofern reicht eine zwei- bis dreimalige Anwendung aus.

Systemische Nebenwirkungen von α-Sympathomimetika sind bei Erwachsenen nicht zu befürchten. Dennoch lohnt sich genaueres Hinterfragen bei der Abgabe an Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion. Schwangere mit Erkältungsschnupfen können abschwellende Nasentropfen ohne Bedenken maximal eine Woche anwenden. Bei Säuglingen allerdings ist die Anwendung topischer α-Sympathomimetika selbst in niedrigen Dosierungen umstritten, da systemische Nebenwirkungen nicht sicher auszuschließen sind.

Wichtig ist, bei der Abgabe in der Apotheke auf die beschränkte Anwendungsdauer von sieben bis zehn Tagen hinzuweisen. Andernfalls besteht die Gefahr einer Rhinitis medicamentosa, also eines medikamentös ausgelösten Dauerschnupfens. Diese verstärkte Durchblutung der Nasenschleimhaut fühlt sich an, als sei die Nase »verstopft«. In der Folge greifen Betroffene erneut zum abschwellenden Nasenspray und haben mit der Zeit das Gefühl, nicht mehr ohne Nasenspray auskommen zu können – darin besteht das Abhängigkeitspotenzial.

Dieser »Nase-dicht-Effekt« ist eher bei Präparaten mit dem Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid zu beobachten. Es trocknet nachgewiesenermaßen die Schleimhäute aus und hemmt die Bewegung der Flimmerhärchen in der Nase. Mittlerweile gibt es die meisten Dekongestiva auch in der konservierungsmittelfreien O. K.-Variante. Eine spezielle Ventiltechnik (3K®-Pumpsystem, COMOD®-Dosiertropfer) verhindert die Kontamination des Inhalts bei der Applikation (wie Wick Nasivin®, Hysan® Schnupfen- oder Salinspray).

Salz für die Nase

Hypertone Salzlösung verflüssigt Schleim, wirkt ebenfalls leicht abschwellend und kann vom Kleinkind- bis zum Erwachsenenalter als mild wirksame Alternative zu α-Sympathomimetika eingesetzt werden (wie Wick® Nasivin Natura Nasenspray, Rhinomer® plus Schnupfenspray). Für diese Präparate ist die Anwendungsdauer nicht beschränkt, weshalb sie die bevorzugte Alternative zu α-Sympathomimetika darstellen.

Doch Salze für die Nase können noch mehr, wie jüngere Forschungsergebnisse zeigen: Danach sind iso- und hypertone Salzlösungen sogar in der Lage, die Infektionsdauer um rund zwei Tage zu verkürzen. Der Pädiatrieprofessor Dr. Steve Cunningham von der Universität Edinburgh erklärte die Wirkung der Salze bei einem internationalen Kongress der Europäischen Atemwegsgesellschaft so: »Chlorid wird von den Zellen, die die Nase und die Luftröhre auskleiden, verwendet, um in den Zellen hypochlorige Säure zu produzieren, die sie zur Abwehr einer Virusinfektion verwenden. Wenn man zusätzliches Chlorid zuführt, hilft dies den Zellen, mehr hypochlorige Säure zu produzieren, was dazu beiträgt, die Virusreplikation zu unterdrücken, was wiederum die Dauer der Virusinfektion und damit die Dauer der Symptome verkürzt.«

Sowohl begleitend zu anderen Therapieoptionen als auch vorbeugend können Nasensprays oder -tropfen mit isotonischen Salzlösungen zum Einsatz kommen (wie Emser® Nasenspray oder Rhinomer® Nasenspray). Sie befeuchten die Nasenschleimhäute und unterstützen sie so in der Abwehr von Krankheitserregern (siehe Kasten). Zusätze wie Dexpanthenol (wie Nasic-cur® Nasenspray), Hyaluronsäure (wie Hysan® Hyaluronspray) oder Ectoin (wie Pari Protect® Nasenspray, Olynth® Ectomed) wirken ebenfalls regenerierend.

Inhalieren per Topikum

Für eine verbesserte Nasenatmung sorgen auch Inhalationen von ätherischen Ölen wie Eukalyptus-, Minz-, Kamillen-, Fichtennadel- oder Latschenkiefernöl – entweder klassisch per Dampfbad oder als halbfeste Zubereitung auf Brust und Rücken aufgetragen (Wick VapoRub®, Transpulmin® oder Retterspitz® Erkältungsbalsam).

Eine spezielle Salzlösung mit dem Namen SaliNAC® enthält eine 3-prozentige Kochsalzlösung sowie 6 Prozent N-Acetylcystein (NAC). Der Wirkstoff reduziert laut Herstellerangaben Disulfidbrücken zwischen den Mucinen, was die Viskosität des Sekrets reduzieren und dieses leichter fließbar machen soll.

Daneben haben sich mukoadhäsive Gele in Form von Nasensprays (Wick® Erste Abwehr Mikrogel-Spray, Algovir® Effektspray) in der Abwehr von Erkältungserregern einen Namen gemacht. Die enthaltene Hypromellose beziehungsweise Carragelose aus der Rotalge soll das Anhaften der Viren an der Schleimhaut verhindern, sodass diese erst gar nicht ins Zellinnere eindringen können. Die Studienlage gibt dem mukoadhäsiven Prinzip recht: Beide gelbasierten Nasalia sind in der Lage, Drainage und Belüftung im Stirn- und Nasenbereich zu verbessern. Werden sie rechtzeitig angewendet, können sie mit einem schnelleren Heilungsverlauf von rund zwei Tagen punkten.

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