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Covid-19-Impfstoffe 

Ab Mitte November greift eine verkürzte Bestellfrist 

Ärzte sollen Covid-19-Impfstoffe in Zukunft wieder mit nur einer Woche Vorlauf bestellen. Damit können sie flexibler auf die Nachfrage nach Booster-Impfungen reagieren. Bereits in der kommenden Woche greift die neue Frist.
Stephanie Schersch
08.11.2021  12:30 Uhr

Kurz nach Herbstbeginn steckt Deutschland bereits mitten drin in der vierten Coronavirus-Welle. Bundesweit schnellen die Infektionszahlen in die Höhe. Dabei bleibt die Impfung das schärfste Schwert im Kampf gegen die Pandemie. An Bedeutung gewinnt der Booster sechs Monate nach dem zweiten Piks. Den sollen alle Bürger auf Wunsch bekommen, das hatten Bund, Länder und Ärzteschaft zuletzt so festgelegt.

Ein Problem allerdings ist die lange Bestellfrist für Covid-19-Impfstoffe, die zurzeit bei knapp 14 Tagen liegt. In Zukunft sollen die Ärzte nun mit nur noch einer Woche Vorlauf Impfdosen in der Apotheke ordern, das hatte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits am Freitag bekanntgegeben, zusammen mit dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Auf diese Weise sollen die Ärzte flexibler auf die Nachfrage nach der Impfung reagieren können.

Zwei Bestellrunden für KW 47

Schon in der kommenden Woche wird der Bestellvorlauf neu justiert, wie nun aus einem Rundschreiben des Deutschen Apothekerverbands (DAV) hervorgeht. Demnach ordern die Ärzte am morgigen Dienstag (9. November) zum letzten Mal mit 14 Tagen Vorlauf. Diese Impfdosen werden dann in Kalenderwoche 47 (22. bis 26. November) in die Auslieferung gehen.

Am 16. November geben die Ärzte dann erstmals Aufträge für die darauffolgende Woche auf – und damit ebenfalls für KW 47. Für diese Woche wird es also ausnahmsweise zwei Bestellrunden geben, die Dosen aus beiden Aufträgen sollen laut DAV dann gemeinsam am Dienstag, 23. November verteilt werden. 

Die neuen Fristen dürften die Beteiligten derweil vor keine großen Herausforderungen stellen. So sind die neuen Vorgaben aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Art Rolle rückwärts für das System. Denn in den ersten Wochen der Impfkampagne hatten die Praxen zunächst ebenfalls in einem wöchentlichen Rhythmus bestellt. In dieser Zeit hatte sich die Belieferung mit den Vakzinen strikt an einem vom BMG diktierten Verteilschlüssel orientiert. Seit Juli schließlich erfolgt die Versorgung allein nach Bedarf. Um den frühzeitig richtig abschätzen zu können, waren die Bestellzyklen verlängert und auf knapp 14 Tage festgesetzt worden. Inzwischen allerdings sind ausreichend Impfstoffe am Markt, der Bedarf in den einzelnen Regionen spielt damit keine Rolle mehr für die gerechte Verteilung der Vakzine. Damit wird auch der lange Vorlauf obsolet.

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