| Kerstin A. Gräfe |
| 03.06.2026 15:00 Uhr |
Professor Dr. Werner Weitschies / © PZ/Alois Müller
Ausreichend Flüssigkeit sei sehr wichtig für eine gleichbleibende Arzneistoffresorption. Das gelte auch, wenn vorher etwas gegessen wurde. »Dann nimmt das Wasser nämlich die Magenstraße«, so der Technologe. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Schleimhautfalten im Bereich der kleinen Magenkrümmung, die vom Mageneingang bis zum Ausgang (Pylorus) führt. Über »diesen Kanal« kann das Wasser am Nahrungsbrei vorbeifließen und so den Magen schnell passieren. »Das funktioniert auch mit kalorischen Flüssigkeiten«, berichtete der Referent. Inzwischen wisse man, dass sich die Magenstraße auch im Darm fortsetzt.
Was bedeutet die Magenstraße für das Anfluten von Arzneistoffen? Formulierungen, die sich sehr schnell auflösen oder zerfallen, werden trotz vollen Magens schnell mit dem Wasser entleert (primäre Magenstraße). Arzneistoffe mit langsamer Auflösung/Zerfall werden nicht oder nur wenig mit dem Mageninhalt vermischt und mit später getrunkenem Wasser schnell entleert (verzögerte Magenstraße). Arzneiformen, die sich mit der Nahrung vermischen, werden kontinuierlich entleert.
Prinzipiell sollte eine Dauermedikation daher möglichst immer unter gleichen Bedingungen eingenommen werden, um schwankende Wirkspiegel zu vermeiden. Und bei Kopfschmerzen, die direkt nach dem Essen auftreten, empfehle sich demnach eine Brausetablette, so Weitschies abschließend.