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Covid-19-Arzneimittel

92.000 Packungen in Apotheken abgegeben

Rund 92.000 Packungen der Covid-19-Arzneimittel Lagevrio und Paxlovid wurden bis zum dritten Quartal 2022 in öffentlichen Apotheken abgegeben. Das meldet das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) und macht die Summe zur Zahl des Monats im Dezember 2022.
PZ
01.12.2022  07:00 Uhr

Mit etwa 70.300 abgegebenen Packungen entfiel der Löwenanteil klar auf Paxlovid™ von Pfizer mit der Wirkstoffkombi aus Nirmatrelvir und Ritonavir, wie das DAPI vorrechnete. Rund 21.700 Packungen kamen auf Lagevrio® von MSD mit dem Wirkstoff Molnupiravir. Die beiden Präparate, die die Vermehrung von SARS-CoV-2 hemmen und bei rechtzeitiger Einnahme schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle verhindern sollen, werden mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) abgerechnet. Der DAPI-Auswertung zugrunde liegt der Abrechnungszeitraum Januar bis einschließlich September 2022.

Die beiden Präparate unterscheiden sich demnach nicht nur in der Summe der abgegebenen Packungen, sondern auch die Abgabe-Verläufe sind unterschiedlich. Beide Medikamente dürfen seit Anfang des Jahres in Deutschland verschrieben werden (Lagevrio seit dem 3. Januar, Paxlovid seit dem 25. Februar). Während die Abgabezahlen von Lagevrio über die Monate hinweg auf einem relativ konstanten Niveau zwischen 1.000 und 3.500 Packungen pro Monat blieben, sei bei Paxlovid ab Juli 2022 ein deutlicher Anstieg auf schließlich rund 14.000 Packungen im Monat September zu beobachten gewesen, berichtet das DAPI.

Paxlovid-Abgabe in Arztpraxen

Eine Besonderheit von Paxlovid ist bekanntlich, dass das Präparat seit dem Sommer direkt in Arztpraxen sowie in vollstationären Pflegeeinrichtungen abgegeben werden kann. Grund dafür waren die geringen Verordnungszahlen des Präparats.Die entsprechende Änderung der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung (AMVersV) ist seit Mitte August in Kraft. Hausärzte dürfen seitdem maximal fünf Paxlovid-Packungen lagern und diese direkt an Patienten abgeben. Die Mediziner müssen die Packungen allerdings über die Apotheken beziehen, die für die Beschaffung und die Abgabe weiterhin vergütet werden. Bis zu fünf Packungen dürfen Ärzte bevorraten, Pflegeinrichtungen dürfen bis zu zehn Packungen lagern. (Über die Kritik am eingeschränkten Paxlovid-Dispensierrecht für Ärzte hat die PZ ausführlich berichtet.)

Die Zahlen zu diesen über die Apotheken bestellten, für die Bevorratung in Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen vorgesehenen Paxlovid-Packungen sind laut DAPI erst seit September detektierbar.  Darauf entfallen für den Monat rund 25.000 abgerechnete Packungen.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) stellte auch bei den Paxlovid-Auslieferungen einen deutlichen Anstieg fest. Seit der Abgabe-Neuregelung im August habe sich die Zahl der ausgelieferten Paxlovid-Packungen mehr als verdreifacht, teilte das BMG Ende September mit.

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