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Lieferengpässe

Zweite Biontech-Impfdosis besser vorrätig halten

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) verwies darauf, dass bereits die ursprünglich für Niedersachsen angekündigten rund 60.000 Impfdosen pro Woche nicht ausreichen, um alle impfberechtigten Personen mit der höchsten Priorität in Niedersachsen zügig zu impfen. Nun könne es noch länger dauern. Die Lieferung über rund 68.000 Impfdosen, die für den 19. Januar erwartet wird, sei nicht betroffen und soll wie geplant eintreffen. «Es wird aber erwartet, dass die Folgelieferungen in den nächsten Wochen kleiner ausfallen werden», so die Ministerin. Für das Bundesland Bremen gilt dasselbe, wie der Sprecher des Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann, sagte.

Auch Nordrhein-Westfalen legt aus jeder Impfstoff-Lieferung von Biontech die Hälfte zurück. «Um eine hohe

Wahrscheinlichkeit der Immunisierung von geimpften Personen gewährleisten zu können, ist eine Sicherstellung der Verabreichung einer zweiten Impfdosis essenziell», sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Aus diesem Grund verfolge NRW die Strategie, 50 Prozent für die zweite Dosis einzubehalten. Dieses Vorgehen stütze sich auch auf Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums und von Biontech.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz begann an diesem Sonntag mit den zweiten Corona-Schutzimpfungen und plant diese künftig mit einem Abstand von 28 Tagen (vier Wochen) statt 21 Tagen. «Nach der Coronavirus-Impfverordnung geht der Anspruch auf die Zweitimpfung dem Anspruch auf die Erstimpfung vor», sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Stefanie Schneider, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) stellte am Montag klar, das alle Bürgerinnen und Bürger in dem Bundesland, die bereits eine Erstimpfung hatten, auch ihre Zweitimpfung mit dem Biontech-Impfstoff an dem ihnen bereitszugeteilten Impftermin erhalten könnten. Alle zugesagten und vereinbarten Zweitimpfungen könnten trotz der geringeren Lieferungen des Bundes verabreicht werden.

Bätzing-Lichtenthäler verlangte von der Bundesregierung eine verbindliche Auskunft über das Ausmaß der verringerten Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. «Es kann nicht sein, dass die Länder nach einer ersten Information am vergangenen Freitag noch immer keine genauen Zahlen über die Größenordnung der verringerten Impfstofflieferungen der nächsten Wochen haben», sagte sie. Dies erschwere eine vorausschauende Planung.

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