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Coronavirus-Impfstoffe

Auch Berlin und Sachsen heben Priorisierung auf

Nach Bayern und Baden-Württemberg wollen nun auch Berlin und Sachsen die Regeln zur Priorisierung von Coronavirus-Impfstoffen kippen. In Sachsen soll die Priorisierung ab dem 24. Mai für Arztpraxen nicht mehr gelten. In Berlin soll dies schon ab dem kommenden Montag greifen.
dpa
14.05.2021  10:15 Uhr

Sachsen hebt zum 24. Mai die Impfpriorisierung für alle Corona-Impfstoffe komplett auf. Einen entsprechenden Bericht der «Ärzte Zeitung» bestätigte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings gilt das ausschließlich für Praxen und nicht für Impfzentren. Ende April hatte der Freistaat bereits die Impfreihenfolge für Astrazeneca beendet. Am vergangenen Dienstag kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) dies unter Verweis auf einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson an.

Unabhängig von Alter, Vorerkrankung und Beruf sollen auch die Berliner künftig eine Coronavirus-Impfung bei Haus- und Betriebsärzten erhalten können. Die Priorisierung werde schon ab dem kommenden Montag für alle verfügbaren Impfstoffe aufgehoben, teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag auf dpa-Anfrage mit.

Kritik an Aufhebung

Von Berlins Kassenärzten kam jedoch umgehend scharfe Kritik an dem Vorstoß, der nicht abgesprochen gewesen sei und der «Chaos» in Praxen provoziere. Bei den Menschen würden falsche Erwartungen geweckt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz verurteilte das Vorgehen mehrerer Bundesländer bezüglich der Freigabe als «politisch unverantwortlich». Die Gesundheitsverwaltung machte deutlich, dass der Schritt nicht bedeute, dass jeder sofort nächste Woche geimpft werden kann. Die verfügbaren Impfstoffmengen seien zunächst weiter relativ knapp, hieß es. Erst ab Juni werde mit größeren Mengen gerechnet.

Auch Patienten, die zu einer der drei Prioritätengruppen zählen und noch nicht geimpft sind, hätten weiter Vorrang, erläuterte der Sprecher der Behörde. Für die Impfzentren der Hauptstadt, in denen Menschen aus den priorisierten Gruppen Termine wahrnehmen können, ändere sich am bisherigen Vorgehen zunächst nichts. Zuerst hatte das Magazin «Business Insider» über die Aufhebung der Priorisierung berichtet. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) betonte, es mangele noch immer an Impfstoff, so dass selbst Menschen aus den Vorranggruppen bislang nicht umfassend geimpft werden könnten. Auch sei die Priorisierungsgruppe 3, zu der etwa Menschen über 60 gehören, gerade erst geöffnet worden. Gerechnet wird nun mit einem «noch größeren Ansturm impfinteressierter Berlinerinnen und Berliner».

Man rate den Praxen, auch weiter an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen festzuhalten, hieß es. Ob dies Impfwilligen noch vermittelbar ist, sei die große Frage. «Die Frage der Impfpriorisierung darf nicht zum Wahlkampfthema gemacht werden, sondern hat wohlüberlegte sachliche Hintergründe», betonte die KV. Berliner Praxen führten seit Mitte April mehr als 367.000 Impfungen mit Biontech und Astrazeneca durch.

Relevant ist die Ankündigung insbesondere für die Vergabe der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Für Astrazeneca hatte Berlin die Priorisierung vor einer Entscheidung auf Bundesebene bereits am 22. April aufgehoben. Für den Impfstoff von Johnson&Johnson (Janssen) ist die bundesweite Aufhebung der Priorisierung seit Montag bekannt. Baden-Württemberg und Bayern hatten die Aufhebung der Priorisierung schon am vergangenen Mittwoch bekanntgegeben.

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