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KBV-Chef Gassen bei »Alex’ Doppelte Dosis«
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Zur Freundschaft verdammt

Beim PZ-Talk »Alex’ Doppelte Dosis« wusste Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), durchaus die Zweifel zu benennen, die er an den geplanten neuen Aufgaben für Apotheken hegt. Am Ende gehe es aber darum, sich die Bälle zuzuspielen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 01.07.2026  10:15 Uhr
»Neid ist eine der wenigen schlechten Eigenschaften, die ich nicht habe«

»Neid ist eine der wenigen schlechten Eigenschaften, die ich nicht habe«

»Aber im Ernst«, wie er häufig formulierte: Die Apotheken täten gut daran, bei ihren Kernkompetenzen zu bleiben und den Ärzten die ihrigen zu überlassen, so Gassen. Er plädiere aber durchaus für »sinnvolle Kooperationen« wie eben ARMIN.

Neidisch etwa auf die Anpassung beim Fixum sei er im Übrigen überhaupt nicht, »Neid ist eine der wenigen schlechten Eigenschaften, die ich nicht habe«. Dass mit den Sparplänen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) deutliche Leistungskürzungen in den Praxen drohten, betonte er gleichwohl. Credo der Sparpläne ist die einnahmenorientierte Ausgabenpolitik, die etwa in der Entbudgetierung bestimmter Arztgruppen und im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) Milliardengräber ohne Nutzen sieht.

Sieben Gänge bestellen und nur fünf bezahlen?

Ob damit nun Leistungskürzungen durch die Hintertür drohten, fragte Müller. »Sogar durch die Vordertür«, meinte Gassen. De-facto-Kürzungen von 2,7 Milliarden Euro könnten nur zu Personalabbau und mithin weniger leistungsfähigen Praxisteams führen. Dies sei auch eine einnahmeorientierte Ausgabenpolitik, nur eben auf Seiten der Leistungserbringer, verglich der KBV-Chef. Mehr Leistungen zu fordern, aber weniger zu bezahlen, sei, als ob man ein Sieben-Gänge-Menü bestelle, aber fünf Gänge bezahlen könne. »Ist ja auch nicht schlecht, sind aber keine sieben Gänge.«

Reformpläne und Apothekenkompetenzen einerseits – andererseits war in der Berliner »Fabrik 23« auch der Mensch Gassen gefragt, wie es für das von Noventi unterstützte Format »Alex’ Doppelte Dosis« üblich ist. Dass er Arzt geworden ist, weil kein Pharmaziestudienplatz frei war, scherzte Gassen also, revidierte aber flugs; Jura oder Geschichte hätten es ansonsten werden können. AC/DC war einst seine Lieblingsband, als Teenie betrieb er Tennis und Hockey, betreibt bis heute Karate. Fußball schaut er seit dem Aus der deutschen Nationalelf aktuell nicht mehr so gerne.

An Schwächeren abreagieren geht nicht

Bei der Frage, worin er richtig schlecht sei, verwies Gassen darauf, dass er neulich versucht habe, einen Teakholztisch für den Garten aufzuarbeiten. »Das sah nicht gut aus.« Ob er gut verlieren könne? Wisse er nicht, er verliere ja nicht. Glaubt er, dass die Öffentlichkeit ein falsches Bild von ihm habe? »Menschen haben gewisse Vorstellungen, das gehört zum Spiel dazu«, so Gassen. Er zitierte Altkanzler Gerhard Schröder: Wem es in der Küche zu heiß sei, der solle kein Koch werden.

Als Regel aus dem Elternhaus habe er mitgenommen, dass es wichtig sei, an eigenen Überzeugungen festzuhalten und sich zudem nicht an Schwächeren abzureagieren, sondern sich starke Gegner zu suchen – wie schön also, dass er an dem Abend zu Besuch bei den Apotheken sei, kommentierte Müller. Ob er für Versandapotheken oder lokale Apotheken plädiere? Gassen antwortete: »Eigentlich bin ich ein Fan der Apotheke vor Ort.«

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