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Appell 
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Warum Ärzte Apotheken als Partner sehen sollten

Stephanie Strube-Plaschke ist Apothekerin und Ärztin und wirbt für mehr Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen. In einem Schreiben an Andreas Gassen, den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), appelliert sie direkt an ihn als »Architekten der ambulanten Versorgung«.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 10.08.2026  15:15 Uhr

»Wir müssen das Gesundheitssystem neu denken, insbesondere für den ambulanten Sektor braucht es eine Vision«, so Strube-Plaschke zur PZ. Grundlegend sei das Ziel einer guten interdisziplinären Zusammenarbeit, die zufrieden mache – nicht nur die Patienten, sondern auch Apotheker und Ärzte.

Im Landkreis Hildesheim, wo Strube-Plaschke zwei Apotheken betreibt, klappt das aus ihrer Sicht schon. Etwa beim Medikationsmanagement, bei der Prävention, bei pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) wüssten die Ärztinnen und Ärzte die Apotheken als Ansprechpartner zu schätzen. Ganz praktische Unterstützung leisteten die Apotheken etwa durch einen Blisterservice, den die Arztpraxen auch gern nutzten.

Grundsätzlich sieht Strube-Plaschke bei der Zusammenarbeit aber noch Luft nach oben – und appelliert daher an KBV-Chef Andreas Gassen, die Ärzteschaft stärker für eine interprofessionelle Zusammenarbeit zu öffnen. In einem Schreiben an Gassen wendet sie sich an den Verbandschef: »Sie können den Dialog der Heilberufler prägen.«

Der Blick aus zwei Perspektiven

Die Diskussion um die Apothekenreform und die Ärztekritik an neuen Kompetenzen für Apotheken verfolgt Strube-Plaschke interessiert, zuletzt auch beim PZ-Talk Alex’ Doppelte Dosis Ende Juni, wo Talkgast Gassen die Zweifel zu benennen wusste, die er an den neuen Aufgaben für Apotheken hegt. Das Besondere: Strube-Plaschke ist Apothekerin und Ärztin, blickt also aus zwei Perspektiven auf die Gemengelage. Für die KBV und Gassen sieht sie eine klare Aufgabe als »Architekten der ambulanten Versorgung«.

Herausforderungen wie demografischer Wandel und Fachkräftemangel könnten nur bewältigt werden, »wenn wir die vorhandenen Kompetenzen intelligent miteinander verbinden – genau hier sitzen Sie am Hebel«, schreibt Strube-Plaschke. Gassen könne dafür sorgen, dass Ärztinnen und Ärzte Apothekerinnen und Apotheker als Partner einer gemeinsamen Versorgungsstruktur wahrnehmen.

Dass stattdessen häufig der Eindruck eines Konkurrenzverhältnisses aufkomme, sei umso bedauernswerter, weil »die eigentlichen Herausforderungen meines Erachtens längst außerhalb unserer Heilberufe« lägen. Drogerieketten stießen in den Gesundheitsmarkt vor, Telemedizinanbieter und Versender veränderten die Patientensteuerung. »Gleichzeitig leben wir in einer Gesellschaft, in der Influencer mitunter mehr Vertrauen genießen als wissenschaftlich ausgebildete Pharmazeuten und Mediziner.« Daher brauche es eine »Allianz der Heilberufe als unverzichtbare Instanz der seriösen Gesundheitsbetreuung«.

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