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KBV-Chef Gassen bei »Alex’ Doppelte Dosis«
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Zur Freundschaft verdammt

Beim PZ-Talk »Alex’ Doppelte Dosis« wusste Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), durchaus die Zweifel zu benennen, die er an den geplanten neuen Aufgaben für Apotheken hegt. Am Ende gehe es aber darum, sich die Bälle zuzuspielen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 01.07.2026  10:15 Uhr

Warnung vor »Deprofessionalisierung« des Versorgungssystems

Der KBV-Chef warnte mit Blick auf Ketten wie dm und Rossmann, die sich mit Gesundheitsangeboten und OTC-Versand in den Markt schieben, vor einer »Deprofessionalisierung« des Versorgungssystems. Hier sei der Schulterschluss der Heilberufe gefragt, ansonsten drohe eine Fragmentierung der Versorgung.

Im Dispensierrecht für Ärzte sieht der KBV-Chef gleichwohl eine »nachvollziehbare Logik«, etwa bei Hausbesuchen. Zumindest sei dies folgerichtiger als zum Beispiel Testungen in Apotheken. Dass Apotheken ihrerseits bei der Ersteinschätzung unterstützen, hält Gassen ebenso für falsch; sie könnten nicht einschätzen, ob jemand einen akuten Bedarf an medizinischer Behandlung habe oder nicht. Mit telefonischen Ersteinschätzungsverfahren könne eine Patientensteuerung gelingen, allerdings nur mit Verbindlichkeit. »Das ist das Zauberwort.« Dann löse sich auch das Terminproblem in den Praxen und die langen Wartezeiten auf, nötig sei eine Terminvergabe nach Dringlichkeit.

Gassen glaubt an ARMIN

Beide Heilberufe sollten sich die Bälle zuspielen, betonte Gassen. Es sei auch ein Wert, in einem Ort eine Apotheke und eine Arztpraxis zu haben, die ihre spezifischen Angebote machten. »Wenn wir die Versorgung in Richtung Grossisten schieben, müssen wir nicht schauen, wer den längeren Atem hat«, warnte Gassen.

Als Zankapfel wird in Teilen der Ärzteschaft aktuell das Positionspapier »Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung« gesehen, das die ABDA zum Tag der Apotheke am 7. Juni vorgestellt hatte. Apotheken wollen sich damit als erste Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung positionieren.

Von Apothekenseite eher als Gesprächsangebot gedacht, stieß das Papier bei den Ärzten teils auf so große Entrüstung, dass das gemeinsame heilberufliche Projekt ARMIN – das ABDA/KBV-Modell in Sachsen und Thüringen – vorerst ausgesetzt wurde, eine geplante Weiterentwicklung liegt auf Eis. Ob er Chancen sehe, dass Apotheker- und Ärzteseite hier alsbald  wieder zusammenfinde, fragte Müller. Gassen war durchaus zuversichtlich – immerhin verhandele Trump ja auch mit dem Iran, verglich er ironisch.

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