»Die Pharmazie im Krankenhaus fordert die gesamte Bandbreite pharmazeutischer Kompetenz«, betonte Professor Dr. Frank Stollmann vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen in seinem Grußwort. Der Minister verwies auf den Wandel der Krankenhauspharmazie – nicht zuletzt vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen.
Professor Dr. Frank Stollmann / © Avoxa/Matthias Merz
»Die Infrastruktur des Systems muss in den Blick genommen werden«, so Stollmann. In NRW lasse sich beobachten, dass sich die Versorgung zunehmend auf wenige Apotheken konzentriert. »Wenn die versorgende Apotheke nicht Teil des Krankenhauses ist, besteht immer die Gefahr, dass die Logistik anstelle des Patientenwohls im Vordergrund steht.« Die Tendenz zum Outsourcing sollte daher kritisch geprüft werden.
Zugleich plädierte Stollmann für mehr regulatorische Flexibilität: »Die Krankenhaus-Pharmazie befindet sich im Wandel. Dieser muss sich auch im rechtlichen Rahmen widerspiegeln.« Ebenso bleibe die Nachwuchsgewinnung zentral.
»Krankenhaus-Apothekerinnen und -Apotheker tragen Verantwortung für Qualität, AMTS und Wirtschaftlichkeit. Dabei bleibt jedoch häufig unsichtbar, wie viel pharmazeutische Expertise notwendig ist, damit moderne Medizin überhaupt funktioniert«, sagte Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer.
Dr. Armin Hoffmann / © Avoxa/Matthias Merz
Diese Expertise sei auch ein Stabilitätsfaktor in Krisenzeiten. »Eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre wird die weitere Verbesserung der AMTS sein«, so Hoffmann. Mit zunehmenden Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung könne eine sichere Arzneimitteltherapie nur interprofessionell gelingen. Der Kongress biete dafür wichtige Vernetzungsmöglichkeiten.
Mit Blick auf Zukunftsthemen wie Zell- und Gentherapien, personalisierte Medizin und künstliche Intelligenz mahnte Hoffmann: »Aber: Innovation allein schafft noch keinen Nutzen.« Es brauche fachkundige Begleitung – hier komme Krankenhausapothekern eine Schlüsselrolle zu. Auch zwischen öffentlicher und Krankenhauspharmazie gelte: »Wir müssen die Versorgung zunehmend ganzheitlich behandeln.«