Eine wichtige Differenzialdiagnose ist der medikamenteninduzierte Lupus erythematodes, der sich nach dem Absetzen des auslösenden Arzneistoffs meist wieder zurückbildet. Vermutlich verändern bestimmte Arzneistoffe bei genetisch empfänglichen Personen die Immunregulation und fördern so die Bildung von Autoantikörpern.
Anders als beim klassischen SLE sind beim medikamenteninduzierten Lupus schwere Organmanifestationen selten. Typischerweise entwickelt er sich erst nach Monaten oder Jahren der Einnahme. Die Symptome ähneln häufig denen des SLE, etwa Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieber, Müdigkeit sowie seröse Entzündungen wie Pleuritis oder Perikarditis. Hautveränderungen können ebenfalls auftreten, sind jedoch weniger charakteristisch als beim SLE.
Zu den klassischen Auslösern zählen unter anderem Chinidin, Chlorpromazin, Hydralazin, Isoniazid und Procainamid. Auch TNF-α-Inhibitoren können ein lupusähnliches Syndrom auslösen. Patienten sollten verdächtige Medikamente jedoch niemals eigenständig absetzen, sondern zuvor ärztliche Rücksprache halten.

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Eine Schwangerschaft ist bei Frauen mit SLE grundsätzlich möglich, sollte jedoch sorgfältig geplant und engmaschig ärztlich begleitet werden. Idealerweise befindet sich die Erkrankung bereits seit mindestens sechs Monaten vor der Konzeption in Remission oder ist nur gering aktiv.
Vor Eintritt der Schwangerschaft muss zudem die Medikation überprüft werden, da einige Immunsuppressiva wegen teratogener Risiken kontraindiziert sind, darunter Mycophenolatmofetil, Methotrexat und Cyclophosphamid.
Hydroxychloroquin sollte während der Schwangerschaft in der Regel fortgeführt werden, da ein Absetzen das Risiko für Krankheitsschübe erhöhen kann. Auch Azathioprin, Glucocorticoide und in bestimmten Situationen Calcineurin-Inhibitoren können eingesetzt werden.
Bei schweren Organmanifestationen oder unzureichendem Ansprechen auf die Standardtherapie können Belimumab oder Rituximab nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung auch vor oder während einer Schwangerschaft erwogen werden. Aufgrund der bislang begrenzten Erfahrungen sollte die Entscheidung in einem spezialisierten Zentrum getroffen werden.
Zu beachten ist außerdem, dass mütterliche Autoantikörper wie Anti-Ro/SSA und Anti-La/SSB auf das ungeborene Kind übertragen werden können. Sie können einen neonatalen Lupus erythematodes auslösen. Typisch sind ringförmige Hautveränderungen, die häufig erst nach der Geburt auftreten und nach dem Abbau der mütterlichen Antikörper wieder verschwinden. Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation ist ein angeborener Herzblock infolge einer Schädigung des fetalen Reizleitungssystems. Werden bei Schwangeren Anti-Ro/SSA- oder Anti-La/SSB-Antikörper nachgewiesen, sollte der Fetus engmaschig überwacht werden.
Unabhängig von der Krankheitsaktivität empfiehlt die SLE-Leitlinie allen Schwangeren eine Prophylaxe mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure, um das Risiko für Präeklampsie und andere schwangerschaftsassoziierte Komplikationen zu senken.
Auch in der Stillzeit ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich. Hydroxychloroquin, niedrig dosiertes Prednisolon und Azathioprin gelten in der Regel als mit dem Stillen vereinbar.