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Lupus erythematodes
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Zielgerichtet gegen Autoimmunität

Der systemische Lupus erythematodes ist die wahrscheinlich heterogenste entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung. Eine an klaren Behandlungszielen orientierte Therapie ermöglicht heute vielen Patienten eine stabile Krankheitskontrolle.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 18.10.2026  08:00 Uhr

Zielgerichtete Behandlung

Die Pharmakotherapie des SLE hat sich in den vergangenen Jahren grund­legend gewandelt. Während früher meist schritt­weise zwischen verschiedenen Immunsuppressiva eskaliert wurde, verfolgt die aktuelle S3-Leitlinie (AWMF-Registernummer: 060-008) ein individualisiertes Treat-to-Target-Konzept. Die Behandlung richtet sich dabei nach Krankheitsaktivität, Organbetei­ligung und prognostischen Risikofak­toren. Das Ziel ist es, Entzündungen möglichst früh und dauerhaft zu kon­trollieren sowie Schübe und irrever­sible Organschäden zu vermeiden. Idealerweise wird eine Remission erreicht.

Je nach klinischer Situation werden klassische Immunsuppressiva und zielgerichtete Biologika bereits zu Beginn kombiniert.

Hydroxychloroquin als Basistherapie

Die Basistherapie des SLE ist Hydroxy­chloroquin. Laut S3-Leitlinie sollte es unabhängig von Organmanifestation und Krankheitsaktivität ab Diagnosestellung, meist lebenslang, eingesetzt werden.

Anders als klassische Immunsuppressiva wirkt Hydroxychloroquin immunmodulatorisch. Durch die Hemmung von Toll-like-Rezeptoren in antigenpräsentierenden Zellen sinkt die Produktion von Typ-I-Interferonen. Dadurch wird die überschießende Aktivierung des angeborenen und adap­tiven Immunsystems gedämpft, ohne die Immunabwehr vollständig zu unterdrücken. Hydroxychloroquin gilt daher als vergleichsweise gut verträglich.

Die Leitlinie empfiehlt eine Zieldosis von maximal 5 mg/kg Körpergewicht täglich. Limitierend ist die retinale Toxizität, deren Risiko mit steigender ku­mulativer Dosis zunimmt und regel­mäßige augenärztliche Kontrollen erforderlich macht. Es steigt zudem mit der Therapiedauer, höheren Dosierungen und bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Glucocorticoide zur Überbrückung

Reicht Hydroxychloroquin allein nicht aus oder ist die Krankheitsaktivität ­bereits zu Beginn hoch, kommen Gluco­corticoide zum Einsatz, im Idealfall jedoch nur zur Überbrückung. Die Dosis sollte möglichst früh reduziert werden. Angestrebt wird eine Erhaltungsdosis von maximal 5 mg Pred­nisolonäquivalent täglich; idealerweise lassen sich die Glucocorticoide vollständig absetzen.

Bei schweren Organmanifestationen können zu Beginn intravenöse Methylprednisolon-Stoßtherapien erforderlich sein. Die anschließende orale Glucocorticoid-Therapie sollte schrittweise ausgeschlichen werden.

Bereits mittlere Glucocorticoid-­Dosen erhöhen das Risiko für Osteo­porose, Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Katarakt, Infektionen und kardiovaskuläre Ereignisse. Da Patienten mit SLE ohnehin ein erhöhtes Risiko für Organschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, kann ein steroidsparender Ansatz die Langzeitprog­nose verbessern.

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