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Lupus erythematodes
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Zielgerichtet gegen Autoimmunität

Der systemische Lupus erythematodes ist die wahrscheinlich heterogenste entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung. Eine an klaren Behandlungszielen orientierte Therapie ermöglicht heute vielen Patienten eine stabile Krankheitskontrolle.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 18.10.2026  08:00 Uhr

Eskalation bei Lupusnephritis

Die Lupusnephritis (LN) zählt zu den schwerwiegendsten Organmanifestationen und erhöht das Risiko für chronische Niereninsuffizienz und kardiovaskuläre Ereignisse sowie die Mortalität. Die Behandlung mit Immunsup pres­siva und renoprotektiven Therapeu­tika zielt darauf ab, den fortschreitenden Verlust von Nephronen möglichst früh zu verhindern und die Nierenfunktion langfristig zu erhalten. Zur renoprotektiven Begleittherapie zählen etwa ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorblocker, um Blutdruck und Proteinurie zu reduzieren. Zusätzlich kommen SGLT2-Inhibitoren zum Einsatz.

Hydroxychloroquin gehört, sofern keine Kontraindikationen bestehen, zur Basistherapie einer LN. Bei Patienten mit einer geschätzten glomeru­lären Filtrationsrate (eGFR) von < 30 mL/min/1,73 m2 wird empfohlen, die Dosis um 50 Prozent zu reduzieren. Bei einer aktiven proliferativen LN, ­einer sehr schweren Nierenkompli­kation, empfiehlt die Leitlinie als Initial­therapie Mycophenolat oder intra­venöses Cyclophosphamid, jeweils in Kombination mit Glucocorticoiden.

Cyclophosphamid hat trotz seiner ­Toxizität weiterhin einen Stellenwert bei organ- oder lebensbedrohlichen Manifestationen. Als alkylierendes Zytostati­kum hemmt es die Prolifera­tion von T- und B-Lymphozyten und kann die überschießende Immun­reaktion rasch unterdrücken. Wegen mög­licher Nebenwirkungen wie Infektionen, Myelosuppression, Gonado­toxizität und einem erhöhten Malignomrisiko wird die Substanz heute zeitlich begrenzt als Induktionstherapie eingesetzt.

Anschließend erfolgt in der Regel eine Erhaltungstherapie mit besser verträg­lichen Immunsuppressiva.

Bereits zu Beginn der Behandlung sollte geprüft werden, ob zusätzlich ­Belimumab oder ein Calcineurin-Inhi­bitor wie Voclosporin in Kombination mit Mycophenolat eingesetzt werden kann. Die frühe Kombinationstherapie soll die Remissionsrate erhöhen und die kumulative Glucocorticoid-Belas­tung senken.

Spricht die Erkrankung auf die Standardtherapie nicht ausreichend an, können verschiedene Alterna­tiven erwogen werden, etwa die Umstellung der bisherigen Therapie oder eine ­B-Zell-depletierende Behandlung, zum Beispiel mit Rituximab oder Obinutu­zumab.

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