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Anti-Aging-Ansätze

Wie wird man am besten gesund alt?

Wirksames Fasten

Bei allen untersuchten Tierarten sei Fasten, also eine Kalorienrestriktion um etwa 30 Prozent zum täglichen Energiebedarf, der effektivste Ansatz für Langlebigkeit. Da dies schlecht durchzuhalten sei, suche man entsprechend nach Kalorienrestriktions-Mimetika, also Wirkstoffen, die den gleichen Effekt wie Fasten bewirken.

»Ein wichtiger Angriffspunkt ist hier die somatotrope Achse über das Wachstumshormon und den Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), der wiederum mTOR aktiviert«, so Dingermann. Fasten hemme die Ausschüttung von IGF-1 und unterbinde damit die Aktivierung von mTOR, dem prominentesten Target der Langlebigkeitsforschung.

Fasten trage noch über zwei weitere Mechanismen zur Langlebigkeit bei: Zum einen aktiviere es bestimmte Enzyme, die Sirtuine, und zum anderen die AMP-Kinase. Beide seien an der Regulation der Lebensspanne beteiligt. Daher werde an potenziellen Aktivatoren für Sirtuine wie Resveratrol und für die AMP-Kinase wie Metformin geforscht.

Vielversprechende Diabetesmedikamente

Abschließend ging Dingermann auf eine aktuelle Publikation ein. Ein Team um Ameya Kulkarni vom Albert Einstein College of Medicine in New York hatte für in den USA zugelassene Wirkstoffe, die in der Präklinik einen Anti-Aging-Effekt gezeigt hatten, das Potenzial zur Verlängerung des Lebens und der gesunden Lebensspanne untersucht und eine entsprechende Rangliste erstellt (»Aging Cell« 2022, DOI: 10.1111/acel.13596).

»An oberster Stelle stehen hier SGLT-2-Inhibitoren, die eigentlich für die Behandlung von Diabetes mellitus entwickelt wurden«, sagte Dingermann. Dann folgten Metformin, Acarbose – ebenfalls ein Antidiabetikum – und Rapamycin. Diese verlängerten offenbar das Leben in Gesundheit, was das eigentliche Ziel der Anti-Aging-Forschung sei. Man sei in dieser Hinsicht auf einem guten Weg, aber noch nicht angekommen.

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