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Heimreise der Hondius-Passagiere
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Wie wird die Verbreitung des Hantavirus verhindert?

122 Menschen haben das von Infektionen mit dem Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff »Hondius« unter strengen Sicherheitsmaßnahmen verlassen und kehren in ihre Heimatländer zurück. Wie sehen die Schutzmaßnahmen dort aus?
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 12.05.2026  15:00 Uhr
Einzelne Reiserückkehrer wurden positiv getestet

Einzelne Reiserückkehrer wurden positiv getestet

Einer der 14 spanischen Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff ist laut dpa in der Quarantäne in Madrid positiv auf das Hantavirus getestet worden. »Die Person ist isoliert, ohne Symptome und wohlauf«, schrieb Gesundheitsministerin Mónica García auf der Plattform X. Die PCR-Tests der anderen 13 Spanier im Militärkrankenhaus Gómez Ulla in Madrid hätten ein negatives Ergebnis gezeigt. Zuvor waren auch ein evakuierter Passagier aus den USA und eine Frau aus Frankreich positiv getestet worden.

Der Hantavirus-Ausbruch dehnt sich aus und es werden noch weitere Infektionen erwartet. Den aktuellsten Daten des European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) zufolge wurden bis zum 12. Mai elf Hantavirus-Infektionen gemeldet, davon neun bestätigte und zwei vermutete Fälle. Als vermutete Fälle gelten Personen mit entsprechenden Symptomen, die Kontakt mit Infizierten hatten. 

Fragen zur Virusübertragung noch offen

Wie es zu der Infektionskette auf dem Schiff kam, ist noch nicht vollständig geklärt. Bei der nachgewiesenen Virusart, dem Andes-Virus (ANDV), handelt es sich um das einzige Hantavirus für das eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt ist. Wie effizient diese ist und über welchen Mechanismus sie funktioniert, wird noch untersucht. Einer 2024 veröffentlichten Untersuchung aus Chile zufolge ist Andes-Virus-RNA in Speichel, Nasen-Rachen-Proben und in einer Flüssigkeit nachweisbar, die aus dem Zahnfleisch infizierter Personen austritt (»The Lancet Infectious Diseases«). Somit könnte eine Übertragung des Virus durch engen Kontakt mit Infizierten über Atemwegs- oder Mundsekrete erfolgen.

Eine erste Analyse der Genomsequenz des Andes-Virus, das eine schweizerische Behörde von einem infizierten Hondius-Passagier isoliert hatte, ergab keine Hinweise auf auffällige Mutationen. Für eine abschließende Bewertung sind aber weitere Sequenzierungen von anderen Infizierten und genauere Analysen nötig. Diese können auch bei der Aufklärung der Übertragungswege helfen.

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