Nager gelten als Hauptüberträger von Hantaviren (Symbolbild). / © Getty Images/Luke Addison / 500px
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff »Hondius« suchen Forscher in Argentinien nach dem Ursprung der jüngsten Infektionen. Wissenschaftler des Forschungsinstituts Malbrán sollen in der im äußersten Süden des Landes gelegene Stadt Ushuaia Nagetiere einfangen und auf das Virus untersuchen, wie die argentinische Regierung mitteilte. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. In der Provinz Feuerland, wo Ushuaia liegt, wurde seit Beginn der systematischen Erhebung vor 30 Jahren noch nie eine Hantavirus-Infektion registriert.
Die »Hondius« war am 1. April von Ushuaia aus in See gestochen. Auf dem Schiff wurden mittlerweile mehrere Infektionen mit dem Hantavirus bestätigt, drei Menschen starben. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um den Andes-Typ des Virus, der bislang ausschließlich in den argentinischen Provinzen Chubut, Río Negro und Neuquén sowie im Süden von Chile registriert wurde. Dieser Typ kann auch von Mensch auf Mensch übertragen werden.
Ein niederländisches Paar, das die ersten Symptome zeigte und später an der Infektion starb, war nach Angaben der argentinischen Regierung bereits seit vergangenem Jahr in der Region unterwegs. Demnach kamen sie am 27. November 2025 in Argentinien an, reisten dann im Auto 40 Tage durch das südamerikanische Land, besuchten danach Chile und Uruguay. Anfang des Jahres fuhren sie auch durch die Provinz Neuquén, in der bereits Hantavirus-Infektionen registriert wurden. Allerdings liegt die Reise deutlich länger als die Inkubationszeit von sechs Wochen zurück, eine Infektion in dieser Region gilt deshalb als unwahrscheinlich.
Bei einem Zwischenstopp des Schiffes »Hondius« hatten noch nach dem ersten Todesfall 29 Passagiere das Schiff verlassen. Sie kamen aus etwa 12 Ländern, darunter auch Deutschland, teilte der Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions mit.
Die Passagiere wurden den Angaben zufolge alle über den Ausbruch des Virus informiert und sollen nun von Gesundheitsbehörden kontrolliert werden. Die WHO bekräftigt aber, dass die Infektionsgefahr klein sei und dass dies nicht mit dem Coronavirus zu vergleichen sei. Nur bei direktem und längerem Kontakt mit infizierten Menschen sei eine Ansteckung möglich.