Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Schwitzen
-
Wie wir an heißen Tagen frisch bleiben

Müffelnde Achselhöhlen und Shirts, die am Rücken kleben: Schwitzen finden viele lästig, obwohl es quasi die Klimaanlage des Körpers ist. Was dabei hilft, an heißen Tagen nicht zu zerfließen.
AutorKontaktdpa
Datum 18.06.2026  12:00 Uhr

Etwa 37 Grad – so hoch ist die Temperatur im menschlichen Körper normalerweise. Um sie zu halten, produziert er dauerhaft Wärme. »Solange es kühl ist, ist das kein Problem«, sagt Professor Dr. Ralf Brandes von der Deutschen Physiologischen Gesellschaft. Steigt jedoch die Außentemperatur oder produziert der Körper zu viel Wärme, muss er sie loswerden, um nicht zu überhitzen. Das wäre gefährlich.

Zunächst geschieht das über Abstrahlung und Konvektion, also den Abtransport der Wärme über die Luft, die über unsere Haut zieht. Reicht das nicht aus, wird es feucht: »Schwitzen ermöglicht uns die Wärmeabgabe über Verdunstung. Das ist sehr effektiv. Ein Milliliter Schweiß kann einen Liter Wasser um ein Grad abkühlen«, erklärt Ralf Brandes.

Darin liegt übrigens auch die Erklärung dafür, dass schwüle Tage so belastend für den menschlichen Körper sind. »Das Wasser, das der Körper durch Schwitzen abgibt, geht nicht so leicht in die Luft über, weil diese bereits mit Feuchtigkeit gesättigt ist«, so der Physiologe von der Goethe-Universität Frankfurt.

Wieso schwitzen manche Menschen mehr als andere?

Wie viel man schwitzt, ist im Wesentlichen eine Frage der Konstitution, sagt Ralf Brandes. Menschen mit kleineren, runderen Körpern haben im Vergleich zur Masse eine kleinere Körperoberfläche und müssen deshalb stärker schwitzen, um mehr Wärme abzugeben. Auch genetische und hormonelle Aspekte spielen eine Rolle.

Schwitzen kann man aber auch in gewissem Maß trainieren, etwa indem man regelmäßig Sport treibt oder in die Sauna geht. Allerdings reduziert man dabei nicht die Schweißmenge, sondern optimiert vielmehr die Wärmeabgabe. Man schwitzt also effizienter. »Gleichzeitig wird aber auch die Temperaturtoleranz trainiert, sodass man Hitze als weniger belastend empfindet«, sagt Ralf Brandes.

Frischer Schweiß müffelt nicht. Er besteht vor allem aus Wasser, Salzen, Harnstoff und Milchsäure. »Erst wenn Bestandteile wie Milchsäure durch Bakterien auf der Haut zersetzt werden, entsteht der typische Geruch«, sagt Professor Dr. Silke Hofmann von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Es sind also erst die Bakterien, die den Geruch erzeugen. Ihre Dichte und Zusammensetzung sei von Mensch zu Mensch unterschiedlich, so die Dermatologin.

Mehr von Avoxa