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Abnehmmittel
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Diskussion um Erstattung ist eröffnet

Ein Pharmaunternehmen drängt auf die Kostenübernahme von Adipositas-Medikamenten durch die gesetzliche Krankenversicherung. Das ist nichts Neues – die Offenheit des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für die Diskussion aber schon. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft sieht darin einen Paradigmenwechsel.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 04.08.2026  18:00 Uhr

Obwohl Adipositas seit 2020 als chronische Erkrankung anerkannt ist, sind Abnehmmittel für Betroffene in Deutschland bislang generell von der Erstattung ausgeschlossen. Grund ist der sogenannte »Lifestyle-Paragraf« im Sozialgesetzbuch, der Arzneimittel zur Gewichtsregulierung grundsätzlich von der Erstattung ausschließt. Deshalb müssen die meisten Betroffenen die Präparate selbst bezahlen.

Dass die Hersteller der umsatzstarken Mittel schon lange auf eine Erstattung drängen, liegt in der Natur der Sache. In der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« hob jetzt Alexander Horn, Deutschlandchef von Eli Lilly, darauf ab. Sein Unternehmen stellt das Diabetes- und Adipositas-Präparat Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid her.

Horn argumentiert, dass eine frühzeitige Behandlung von Adipositas hohe Folgekosten durch Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern könne. Statt die Erkrankung nur zu verwalten, müsse das Gesundheitssystem stärker auf Prävention setzen. Eine Erstattung könnte nach seiner Vorstellung zunächst auf besonders schwer betroffene Patienten beschränkt werden, etwa mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 35.

Für Eli Lilly würde das die Anwendergruppe erweitern – um wie viel, sagte Horn der FAZ nicht. Zu der Frage, wie viel mehr eine Erstattung die Kassen kosten könnte, hielt er sich ebenfalls bedeckt; er nannte keine Daten zu Mounjaro-Verschreibungen. Der Spitzenverband der Krankenkassen reagiert zurückhaltend. Es gebe klare gesetzliche Vorgaben, so ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands zur PZ. Änderungen würden im politischen Verantwortungsbereich liegen.

Die AOK hingegen sieht bei Verordnungsmöglichkeiten zulasten der GKV unmittelbar eine Kostenlawine heranrollen. Im Extremszenario könnten der GKV Mehrausgaben von bis zu 45 Milliarden Euro im Jahr drohen, davor habe man bereits zu Beginn der Diskussion um Abnehmspritzen gewarnt, hieß es heute im AOK-Forum für Politik, Praxis und Wissenschaft. Aus Sicht der AOK fehlen Langzeitstudien zu Risiken der neuen Präparate.

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