| Alexander Müller |
| 14.04.2026 14:30 Uhr |
Die Erhöhung des Fixums bei gleichzeitiger Erhöhung des Kassenabschlags wäre ein Taschenspielertrick, kommentiert PZ-Chefredakteur Alexander Müller. / © Sandra Schneider/Spreekind-Fotografie / PZ
Das höhere Fixum ist fest versprochen und Ministerin Warken kann hinter ihre öffentlichen Zusagen nicht mehr zurück ohne größeren Schaden für ihre Glaubwürdigkeit. Das ist in einer Phase, in der in fast allen Bereichen gekürzt und gestrichen wird, erst einmal eine gute Nachricht und der Ministerin anzurechnen.
Warken hat sich auch nicht auf den Rechentrick ihrer Finanzkommission eingelassen, Einsparungen für die Kassen zu generieren, indem die Erhöhung verwässert und gestreckt wird, bis das Fixum irgendwann in der nächsten Legislatur bei 9,50 Euro angekommen wäre.
Aber Warken will sich von den Apotheken an anderer Stelle einen Sparbeitrag holen – indem sie den Kassenabschlag erhöht. Der Trick: Das höhere Fixum zahlen GKV und PKV beidseitig, vom höheren Abschlag profitieren nur die Krankenkassen. Details hat sie noch nicht verraten, aber unter dem Strich bleibt es für die Apotheken ein Geschäft »linke Tasche, rechte Tasche«. Sie bekommen also doch nicht mehr Geld, jedenfalls nicht in der versprochenen Höhe.
Warum die Idee trotzdem besser ist als die vorgeschlagene Staffelung der Honorarerhöhung: Einen höheren Kassenabschlag kann man zeitlich befristen und bei sanierten GKV-Finanzen auch wieder senken. Viel wichtiger: Das höhere Fixum ist eine solidere Ausgangsbasis für die anstehende Verhandlungslösung, wenn das Bundesgesundheitsministerium (BMG) noch den variablen Honorarbestandteil von derzeit 3 Prozent aus der Verhandlungsmasse streicht. Dann hätten der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband einen verlässlichen Startpunkt. Allerdings hängt die Verordnung aus Warken Haus zur Prüfung noch länger in Brüssel fest.