Tatsächlich bemerken einige Betroffene ihre Schlafapnoe lange Zeit nicht, denn die Krankheit entwickelt sich schleichend. »Häufig werden Patienten von Partnerin oder Partner geschickt«, berichtet Schöbel. Er oder sie wird durch das Schnarchen auf die Apnoe aufmerksam. »Wenn man bemerkt, dass der Bettpartner zwischenzeitlich aufhört zu atmen, ist das das wichtigste Signal.«
Es gibt weitere Hinweise: »Viele Patienten kommen zu uns, weil sie eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit an sich feststellen«, sagt Triché. »In monotonen Situationen drohen sie immer wieder wegzunicken, weil sie nicht genug erholsamen Schlaf bekommen.«
Weitere Signale können der Expertin zufolge Mundtrockenheit oder das Erwachen mit dem Gefühl verschlossener Atemwege sein.
Der erste Weg führt zum Hausarzt. Dort wird mit Fragen zu Alter, Tagesmüdigkeit, Gewicht, Halsumfang oder auch Blutdruck die Wahrscheinlichkeit ermittelt, ob die Symptome von einer unerkannten Schlafapnoe herrühren.
Anschließend kann ein Facharzt - etwa ein Internist, eine Lungenfachärztin, ein HNO-Arzt oder eine Neurologin - eine Polygraphie verordnen. Dazu bekommt man ein kleines Messgerät für eine Nacht mit nach Hause. Es wird um den Körper geschnallt.
Die Polygraphie erfasst über Nacht Körperlage, Atemfluss, Schnarchen, Atembewegungen von Brust und Bauch und über einen Fingerling auch die Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz. »Wenn dabei der Hinweis auf eine Schlafapnoe festgestellt wird, geht es ins Schlaflabor«, sagt Schöbel.
Standardtherapie nach der Diagnostik im Schlaflabor ist die CPAP-Therapie. Ein kleines Gerät steht dabei neben dem Bett. Es saugt Raumluft an, komprimiert sie und gibt sie über eine Nasen- oder eine Mund-Nasen-Maske an die Atemwege des Patienten ab. Schöbel stellt klar: »Das ist keine Beatmung. CPAP ist eine rein mechanische Therapie.« Durch die Druckluft werde der »Zufahrtsweg« im Halsbereich in die Lunge aufgehalten.
Wer sich nicht an die Maske gewöhnen kann, kann es mit der Unterkiefer-Protrusionsschiene versuchen. »Sie wird von einem Zahnarzt angefertigt und soll verhindern, dass der Unterkiefer im Schlaf nach hinten und der Zungengrund gegen die Rachenhinterwand rutscht«, sagt Schöbel.
»Für einen kleinen Teil unserer Patienten kommen operative Maßnahmen infrage«, sagt Triché. Ein sogenannter Zungenschrittmacher etwa. »Der Schrittmacher bewegt die Zunge ein kleines Stück nach vorne, sodass beim Einatmen mehr Raum hinter der Zunge entsteht. So werden die Atemwege weiter.«