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Neues Einkaufserlebnis

Wie Apotheken ihre Kunden in der Krise richtig ansprechen

Ebenso müssen Elemente im Verkaufsraum, die sonst zum Verweilen anregen sollen (Sitzgelegenheit, Kinderspielecke usw.), dem Hygienekonzept zum Opfer fallen. Auch hier wirken Absperrbänder und lieblose Hinweise eher negativ und abschreckend auf die Kunden. Als Möglichkeiten zur Beschäftigung von Kindern während der Wartezeit ist es ratsam, Gimmicks wie Plüschtiere in Frei- und Sichtwahl sowie nichtnutzbare Sitzgelegenheiten zu positionieren. Auch Elemente, die sonst die Wartezeit verkürzen und den Impulskauf ankurbeln sollen (Aufsteller, Wasserspender, Informationssäulen), müssen derzeit in den Hintergrund treten. Hier bietet sich an, die Selbstbedienung einzuschränken. Wenn möglich, könnte man bei Informations- und Zahlterminals auf kontaktlos umstellen.

Doch es gilt auch in der Krise: Keine Ware verstecken! Weil sich die Verweildauer in den Geschäften reduziert, steigt der Zeitdruck. Die Kauflust sinkt. So schreibt die Marktforschung Hopp in ihrer Studie »Corona-Sommer 2020«, dass alleine die Maskenpflicht den Besuch in allgemeinen Geschäften um 35 Prozent senkt. Ohne Maske würde sich bei mehr als einem Drittel der Konsumenten laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) die Kauflust steigern.

Keine falsche Bescheidenheit!

Deshalb ist auch in der Krise wichtig: Der Kunde kauft im Impuls nur, was er sieht! Keine falsche Bescheidenheit! Auch Supermärkte und andere Geschäfte arbeiten mit Aufstellern und kundennaher Warenpräsentation, trotz Hygienemaßnahmen.

Möchte der Kunde dennoch nicht den klassischen Weg des Einkaufs wählen, bietet sich das Bestellen per Telefon oder Internet an. Grundlage dafür ist selbstverständlich eine ansprechende und gut funktionierende, regelmäßig betreute Internetseite. Diese ist gerade in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen das neue Schaufenster. Bereits hier liegt die Einladung zum Kauf. So kann die Apotheke mittels Vorbestellung die gewünschten Artikel bereitstellen, ihre Plausibilität prüfen und sich Gedanken über ergänzende Präparate machen. Dies gilt natürlich bei entsprechender Verordnung und Lieferfähigkeit.

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