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Essstörungen
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Wenn Essen das Leben bestimmt

Die Zahl der Menschen, die ein problematisches Essverhalten zeigen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Hintergrund ist oft ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper. Das kann gravierende gesundheitliche bis hin zu lebensbedrohlichen Folgen haben.
AutorKontaktClara Wildenrath
Datum 28.04.2024  08:00 Uhr

Multifaktorielle Ursachen

Noch vor 20 Jahren ging die Wissenschaft davon aus, dass die Hauptursache für Essstörungen in dysfunktionalen Familienbeziehungen liegt. Heute weiß man jedoch, dass die Veranlagung zu einem guten Teil erblich bedingt ist.

»Familienstudien zeigen, dass weibliche Angehörige von Patientinnen mit einer Essstörung ein zehnmal höheres Risiko haben, selbst daran zu erkranken«, sagt Herpertz-Dahlmann. Bisher seien acht relevante chromosomale Regionen mit insgesamt 121 Genen identifiziert worden. Eine starke genetische Korrelation bestehe zum Beispiel zu Zwangserkrankungen und depressiven Störungen.

Wahrscheinlich ebenfalls auf genetische Unterschiede zurückzuführen ist die Tatsache, dass schwarze US-Amerikanerinnen viel seltener eine Magersucht entwickeln als weiße. Die Binge-Eating-Störung scheint dagegen bei beiden Bevölkerungsgruppen gleich weit verbreitet zu sein.

Damit aus einer genetischen Veranlagung eine Erkrankung wird, braucht es jedoch einen oder mehrere Auslöser. Soziokulturelle Aspekte spielen dabei vermutlich eine wichtige Rolle (Kasten).

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