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E-Rezept blockiert
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Wenn der Versandhandel zum Risiko wird

Elmar Maronn wollte sich bei Doc Morris die Zuzahlungsgebühren sparen, doch seine dringend benötigten Medikamente konnten nicht geliefert werden. Die E-Rezepte waren gesperrt und konnten zunächst auch nicht vor Ort eingelöst werden.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 27.10.2026  12:00 Uhr

Zuzahlungen erhöhen sich um 50 Prozent

Trotz der Panne bei der E-Rezept-Einlösung bei Doc Morris könnte sich ab Januar das Zuzahlungsproblem noch verschärfen. Dann nämlich steigen die Zuzahlungen für gesetzlich Versicherte um 50 Prozent, und noch mehr Menschen könnten dann zum Versandhandel abwandern. Die ABDA hatte bereits gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium in einer Stellungnahme zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf das Problem aufmerksam gemacht. »Wir weisen auf den erhöhten Aufwand hin, der bei einer Erhöhung von Zuzahlungen für Versicherte in Apotheken entsteht. Der administrative und finanzielle Aufwand für Apotheken steigt, da sie das Inkasso höherer Zuzahlungen übernehmen und damit verbundene Mehrkosten für zunehmend unbare Zahlungen sowie Zahlungsausfall- und Prozessrisiken tragen müssen«, erklärte die ABDA.

»Zudem entsteht gerade zu Beginn der Erhöhung im Apothekenalltag ein erheblicher zusätzlicher Aufwand im Hinblick auf die Patientenaufklärung, insbesondere darüber, dass die Apotheken die Gebühren auf gesetzlicher Grundlage für die Krankenkassen einziehen, diese nicht im Zusammenhang mit den tatsächlichen Kosten des Arzneimittels stehen und den Apotheken daraus kein finanzieller Vorteil entsteht.« Ausländische Versandapotheken würden häufig entgegen den Vorgaben des SGB V und des Rahmenvertrags oft auf Zuzahlungen verzichten und dies als gezieltes Marketinginstrument nutzen. Dies führe zu Wettbewerbsverzerrungen zulasten der Apotheken vor Ort.

Der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbands (HAV), Holger Seyfarth, appellierte an die Politik, dieser illegalen Praxis mit rechtlichen Maßnahmen einen Riegel vorzuschieben. Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) appellierte Anfang Oktober an die Bundesregierung, die Vor-Ort-Apotheken von ihrer Funktion als »Inkassostelle« für die Krankenkassen zu entlasten.

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