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IQVIA-Auswertung

Weniger Antibiotika verordnet

Bereits seit zehn Jahren nimmt die Anzahl verordneter Antibiotika kontinuierlich ab. Bis Ende 2019 wird die Verordnungsanzahl etwa 13 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen, prognostiziert das Beratungsunternehmen IQVIA.
Jennifer Evans
10.12.2019
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Niedergelassene Ärzte sind zunehmend zurückhaltender, wenn es um das Verschreiben von Antibiotika-Präparaten geht. Laut IQVIA verordneten Allgemeinmediziner zwischen Oktober 2018 und September 2019 mit 338 definierten Tagesdosen (DDD) weniger Antibiotika als im selben Zeitraum des Vorjahrs, wo es noch 389 DDD waren. Das entspricht einem Minus von etwa 13 Prozent. Auf die Allgemeinmediziner entfallen demnach knapp Dreiviertel der insgesamt 29 Millionen jährlichen Verschreibungen in diesem Bereich. Im Vergleich verschrieben Kinder- und Jugendärzte rund 6 Prozent weniger Antibiotika als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, bei den Hals-Nasen-Ohrenärzten waren es knapp 4,5 Prozent.

Mit 72 Prozent kommen die Antibiotika am häufigsten bei Erkrankungen des Atmungssystems (56 Prozent) sowie des Urogenitalsystems (16 Prozent) zum Einsatz. Die fünf im Jahr 2018 am häufigsten abgegebenen Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen sind IQVIA zufolge Amoxicillin, Cefuroximaxetil, Doxycyclin, Penicillin V und Amoxicillin/Clavulansäure.

Die Rückgänge bei den Verschreibungen fallen allerdings regional unterschiedlich aus. Während die Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und Westfalen-Lippe zwischen 8 und 11 Prozent weniger Antibiotika-DDD abgaben, waren es in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz nur minus 4 bis 6 Prozent. Mit minus 7 Prozent liegen Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein und Sachsen im Mittelfeld.

Da Bakterienresistenzen zunehmen und damit die weltweite Gesundheit bedrohen, sei der verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika genauso wichtig, wie die Entwicklung neuer Wirkstoffe, so das Beratungsunternehmen. Derzeit befinden sich nach IQIVIA-Angaben 226 Präparate in der globalen Pipeline.

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