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Antibiotika in der EU

Übergebrauch fördert Resistenzen

Anlässlich des Europäischen Antibiotikatags am kommenden Sonntag hat die Europäische Seuchenschutzbehörde ECDC neue Zahlen zum Einsatz von Antibiotika und zur Häufigkeit von in Gesundheitseinrichtungen erworbenen Infektionen veröffentlicht. Sie zeigen: Breitspektrum-Antibiotika – wichtige Treiber von Resistenzen – werden zu oft verordnet. Deutschland ist in dieser Hinsicht kein gutes Vorbild.
Annette Mende
17.11.2018
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Laut einer Pressemitteilung der ECDC bestehen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten der EU große Unterschiede hinsichtlich des Einsatzes von Antibiotika. Bei einer Punktprävalenzanalyse variierte der Anteil von Breitspektrum-Antibiotika an den verordneten Antiinfektiva je nach Land zwischen 16 und 62 Prozent. Am häufigsten kommen diese Wirkstoffe, deren Anwendung oftmals nicht erforderlich ist, weil auch ein Antibiotikum mit schmalem Spektrum wirksam wäre, in Bulgarien, Italien, Rumänien, Zypern, Spanien, dem Nicht-EU-Land Serbien, Griechenland und Portugal zum Einsatz. An neunter Stelle folgt aber auch schon Deutschland, das damit deutlich schlechter abschneidet als der EU-Durchschnitt.

Es werden aber nicht nur oftmals die falschen Antibiotika verwendet, sondern häufig auch zu lange. So werde die antibiotische Infektionsprophylaxe im Zusammenhang mit Operationen in der Hälfte der Fälle länger als einen Tag gegeben, obwohl sie nach erfolgtem Eingriff eigentlich nicht mehr erforderlich ist, bemängelt die ECDC. In Langzeit-Pflegeeinrichtungen würden 29 Prozent der Antibiotika prophylaktisch verordnet, meistens zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten. Dies könne zwar bei Frauen möglicherweise sinnvoll sein, für den Nutzen eines breiten Einsatzes bei älteren Patienten gebe es jedoch keine Evidenz.

Die Daten der ECDC untermauern auch die goldene Regel, dass wer gesund bleiben möchte, sich möglichst von Krankenhäusern fernhalten sollte: An jedem beliebigen Tag ziehe sich einer von 15 Patienten in einem europäischen Krankenhaus eine Infektion zu. In Einrichtungen, in denen Patienten langfristig gepflegt werden, sei es einer von 26 Bewohnern, so die ECDC. Viele dieser Infektionen seien von Bakterien verursacht, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind.

DOI: 10.2807/1560-7917.ES.23.46.1800393

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