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Landtagswahl

Wen könnten Apotheker im Saarland wählen?

Grüne

Im Saarland schließen im ländlichen Raum immer mehr Vor-Ort-Apotheken. Wie will Ihre Partei die Arzneimittelversorgung insbesondere in den ländlichen Regionen aufrechterhalten? Welche Konzepte oder alternativen Versorgungsmodelle zur Apotheke befürworten Sie? Wie bewerten Sie hierbei auch eine verstärkte Einbindung von Versandapotheken?

Bündnis 90/Die Grünen ist es ein besonderes Anliegen, dass ländliche Räume nicht »veröden«. Ein Dorf sollte alles bieten, was man gerade als ältere Person benötigt. Dazu gehört neben einer Bäckerei, einem Friseur oder einem Landarzt auch eine Apotheke. Eine Flächenmanagerin/ein Flächenmanager in sollte in jeder Kommune zur Hilfe stehen, um Apotheken im Dorf zu unterstützen oder anzubinden. Aufgrund der schlechten CO2-Bilanz sind wir keine Befürworter des Onlinehandels. Die Schaffung von Gesundheitshütten in Orten für Fitness, Ernährungsberatung oder  Gesundheitsberatung sollten niedrigschwellig angeboten und mit Apotheken vernetzt werden. Ortsansässige Apotheken können diese Zentren unterstützen.

Welche Ideen hat Ihre Partei, den Nachwuchs in den Apotheken sicherzustellen und die Arbeit in der Offizin attraktiver zu machen?

Generell wollen wir, dass das Saarland attraktiver wird (ÖPNV, Wohnraum, Kultur u.v.m), damit man nach dem Studium im Saarland leben möchte. Studienplätze müssen erweitert werden und zusätzliche Fachbereiche angeboten. Bereits während der Schulzeit sollten Besuche oder Projekte mit den Fakultäten angeboten werden.

Gerade in ländlichen Gegenden wird die Vernetzung der Heilberufler immer wichtiger. Welche Vorschläge hat Ihre Partei, um diese auszubauen?

Jeder Mensch hat das Recht, die Hilfe in Anspruch zu nehmen, welche er/sie möchte. Heilberufe sind eine Ergänzung zur Allgemeinmedizin. Aufgrund des Landarztmangels übernehmen sie wichtige Funktionen. Ein digitales Vernetzungssystem mit Koordinatorinnen und Koordinatoren könnte Bedarfe erkennen und vermittelnd tätig sein.

Welche weiteren Aufgaben/Dienstleistungen sollten Apotheken in Zukunft übernehmen?

Da unsere Busverbindungen unzureichend und immer mehr ältere Menschen im ländlichen Raum leben, sollte man Apotheken ermächtigen, mehr Medikamente ohne Rezept verkaufen zu dürfen. Zumal Apothekerinnen und Apotheker in ihrer Ausbildung so gut und vielfältig ausgebildet sind, dass sie auf jeden Fall in der Lage sind, Beratungen durchzuführen und die Medikamentenvergabe zuverlässig bestimmen können.

Was die Arzneimittelversorgung betrifft, welche Lehren zieht Ihre Partei aus der Corona-Pandemie?

Lebenswichtige Medikamente waren plötzlich nicht mehr erhältlich. Das darf nicht mehr vorkommen. Mit einem Krisenmanagement, einem digitalem Versorgungsnetzwerk und einem personell gut aufgestelltem Organisationsbüro hätte man vorausschauend lebenswichtige Medikamente frühzeitig ordern können. Dafür setzen wir uns in Zukunft ein.

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