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Leitlinie aktualisiert

Welche Medikamente sind bei Covid-19 empfehlenswert?

Gerade in letzter Zeit wurde auch wieder diskutiert, ob und wie sich eine Vitamin-D-Gabe auf das Risiko zu erkranken und für einen schweren Verlauf auswirkt. Zumindest als Therapie bei hospitalisierten Patienten wird es nicht empfohlen, denn auch hier gilt die Studienlage als mau. Erst vergangene Woche wurde eine Studie publiziert, die keinen Benefit einer hohen Vitamin-D3-Einzeldosis zeigte

Zudem ist unklar, ob ein vorher bestehender Vitamin-D-Mangel zu einer schwereren Erkrankung führt oder umgekehrt die Erkrankung zu einem schlechten Vitamin-D-Status. So heißt es in der Leitlinie: »Analog zu anderen Erkrankungen, insbesondere bei schwer verlaufenden Erkrankungen mit notwendiger intensivmedizinischer Versorgung gibt es Beobachtungen, dass bei Patienten mit Covid-19 relativ häufig eine erniedrigte Vitamin-D3-Serumkonzentration vorliegt, welche möglicherweise mit der Krankheitsschwere korreliert. Hieraus lässt sich weder ein Kausalzusammenhang ableiten, noch ist damit eine Therapie mit Vitamin D3 gerechtfertigt.«

In die Entscheidung seien neben der fehlenden Evidenzgrundlage auch die breite Verfügbarkeit bei niedrigen Kosten, das Vermeiden von Fehlanreizen zur Selbstmedikation und potenziell schädliche Wirkungen durch Überdosierung einbezogen worden. Aufgrund der fehlenden therapeutischen Konsequenz werde die regelhafte Kontrolle des Serumspiegels bei Covid-19 Patienten ebenfalls nicht empfohlen.

Die Leitlinienautoren verweisen zudem auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die derzeit keine pauschale Empfehlung für eine Vitamin-D-Supplementation zur Reduzierung des Risikos für eine SARS-CoV-2-Infektion oder der Schwere des Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung abgibt. »Insbesondere bei Personen mit adäquatem Vitamin-D-Status ist bisher nicht nachgewiesen, dass eine Vitamin-D-Supplementation einen diesbezüglichen Zusatznutzen hat.«

Andere möglichen Therapeutika bezeichnen die Leitlinienautoren als experimentell. Hier liegen noch wenige oder enttäuschende Daten vor oder das Schadenspotenzial überwiegt den Nutzen, weshalb sie sich gegen ihren Einsatz außerhalb von Studien aussprechen. Das gilt unter anderem für Interferon ß-1 a/b, den IL-1-Rezeptorantagonisten Anakinra, Chloroquin und Hydroxychloroquin und Lopinavir/Ritonavir.

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