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Anti-Aging-Kosmetik
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Welche Dermokosmetika wirken – und welche nicht

Collagen Banking, Layering Methode, Glass Skin: Die Beauty-Industrie ist bei ihren Wortschöpfungen zu neuen Trends ziemlich erfinderisch. Welche Wirkstoffe gegen die Zeichen der Zeit etwas ausrichten können und dass es bei Dermokosmetika auch auf die Grundlage ankommt, erklärt Dermatologie-Professorin Dr. Christiane Bayerl.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 19.05.2026  09:00 Uhr

Topische Estrogene

Ab den Wechseljahren bestehe laut Bayerl die effektive Option, mit Estrogen-haltigen Rezepturen gegen die atroph gewordene Haut vorzugehen. Diese werden nach ärztlicher Verordnung im Apothekenlabor hergestellt. »Rund um die Menopause helfen topische Estrogene sehr gut gegen oberflächliche Knitterfältchen, weniger gegen ›Erdanziehungsfalten‹ wie die im Nasolabialbereich. Histologische Untersuchungen zeigen, dass Estrogen-haltige Topika den Kollagenaufbau fördern, die Organisation von elastischen Fasern verbessern und die Talgdrüsensekretion an der Gesichtshaut anregen. Die Hautelastizität verbessert sich, Faltentiefe und Trockenheit nehmen ab – Voraussetzung ist, dass die Haut nur wenig UV-gealtert ist. Männer profitieren dagegen von topischen Estrogenen nicht.« Die kombinierte Verwendung von Retinoiden und Estrogen-haltigen Cremes wirke noch effektiver, sagt Bayerl.

Die Hormon-haltigen Rezepturen eignen sich nur für Frauen, die keine Hormonersatztherapie erhalten und sowohl selbst als auch in der Familienanamnese keine hormonellen Tumoren haben. Die Hautexpertin betont: »Voraussetzung ist, dass sich die Frau mit Hormonen in ihrer Hautpflege wohlfühlt. Das klären wir in der Sprechstunde ab.« Für Hyperpigmentierungen wie Melasmen sind die Hormon-Topika nicht geeignet.

Ceramide stärken Hautbarriere 

Der mit den Jahren reduzierte Zellstoffwechsel macht deutlich, warum die Hautexpertin ab 40 zu einer »reichhaltigen« Pflege mit extra Lipidkomponente rät. Die Grundlage der Formulierung ist also nicht ganz unbedeutend. »Gut geeignet sind Wasser-in-Öl-Emulsionen oder lamellare Systeme mit Lipiden, die auch natürlicherweise in der Haut vorkommen und dem Wiederaufbau der epidermalen Barriere dienen.« Als Lipidkomponente empfiehlt sie Phospholipide, Ceramide oder strukturverwandte Lipide, etwa aus Jojoba-, Weizenkeim- oder Traubenkernöl.

Was macht die Ceramide, die durch die Layering-Technik nach dem koreanischen Pflegeprinzip derzeit sehr »in« sind, so besonders? »Mit einem Anteil bis annähernd 60 Prozent stellen sie den Hauptanteil der interzellulären Lipide in der Hornschicht dar. Damit fungieren sie wie Kittsubstanzen oder Mörtel, der die Zellen zusammenhält.« Gemeinsam mit anderen Lipiden wie Cholesterol und Fettsäuren bilden sie eine lamellare Schicht. Weil zwischen den lamellaren Strukturen der interzellulären Lipide Wasser gebunden wird, steuern Ceramide wesentlich den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Sie halten die Haut weich und geschmeidig. Mit den Lebensjahren lässt allerdings die körpereigene Produktion nach.

Damit wird klar: Mangelt es dem Körper an Ceramiden, trocknet die Haut schneller aus, die Hautbarriere bröckelt. Feuchtigkeit kann dann leichter aus der Haut verdunsten und Umweltstoffe können durch die löchrige Barriere eindringen und Reizungen sowie allergische Reaktionen verursachen. Auch Fältchen und Falten werden sichtbarer, wenn die Haut trockener wird.

Laut Bayerl sollten Pflegepräparate für die reife Haut über wasserbindende Inhaltsstoffe verfügen. Schließlich ist der transepidermale Wasserverlust aufgrund der schwächelnden Barriere erhöht. Substanzen, die den Natural Moisturizing Factor NMF nachbilden wie Harnstoff, Glycerol, Milchsäure oder kleinmolekulare Hyaluronsäure, können die Restfeuchte an epidermalem Wasser in der Haut zurückhalten und erhöhen. »Auch wenn Moisturizer nicht kollagenanregend in der Tiefe wirken: Für die Optik macht es was aus, wenn die Hautoberfläche schön genährt und glatt ist.«

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